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Halberstadt hilft

Halberstadt hilft

Peter Lendecke stellt die kleine Leiter an die Seite, dazu seinen Werkzeugkoffer. Der 71- Jährige ist wie Norbert Schindler (68), Denny Hanke (33) und Thomas Bartel (37) pünktlich am Treffpunkt.

Die freiwilligen Helfer werden wenig später in mehreren Wohnungen anpacken.

Während die Männer von Anke Siebert, Schichtleiterin im Krisenstab der Stadt, begrüßt, mit Frühstück und der Information versorgt werden, das sie über die Stadt versichert sind, sind drei Helfer vom THW schon unterwegs und transportieren Möbel. „Wir holen sie von denen, die sie spenden, immer dann ab, wenn Bedarf besteht“, sagt Anke Siebert.

Die Stadtverwaltung hat den Stab für außergewöhnliche Ereignisse wieder in Bereitschaft versetzt, angepasst an die Aufgaben, die zu bewältigen sind. „Wir haben verschiedene Gruppen gebildet“, berichtet Siebert. So gibt es neben dem Organisationsteam eines, das den Telefondienst übernimmt, die sich meldenden Helfer oder angebotene Sachspenden registriert. Das Sichtungsteam fährt dann hin und schaut sich an, ob die angebotenen Sachen passen zu dem, was gerade benötigt wird.

Das vierte Team koordiniert den Handwerkereinsatz, der gestern früh seine Premiere mit den Freiwilligen erlebt. Thomas Bartel ist von Beruf Telekommunikationselektroniker.

Er hat an diesem Donnerstag frei und sich spontan für den Einsatz gemeldet.

„Wenn man helfen kann, gehört es sich einfach, es auch zu tun“, sagt der Athenstedter.

„Mir geht es wesentlich besser als den Menschen, die jetzt aus der Ukraine kommen.“ So wie er sehen das auch Hanke, Lendecke und Schindler. Sie werden an diesem Vormittag vor allem Lampen in Wohnungen anbringen, die die Halberstädter Wohnungsgesellschaft HaWoGe für die Geflüchteten hergerichtet hat.

23 sind es aktuell, zehn weitere folgen noch.

„Wir müssen den Einsatz unserer Handwerker und Firmen noch koordinieren, das geht nicht alles auf einmal“, sagt HaWoGe-Chefin Beate Grebe. „Wir haben geschaut, welche Wohnungen wir kurzfristig zur Verfügung stellen können.“ Die geflüchteten Familien, die kaum mehr mitnehmen konnten als das, was sie auf dem Leib tragen – sollen einen Ort vorfinden, wo sie zur Ruhe kommen können.

Weshalb nicht nur neue Fußböden verlegt und alles gemalert wurde, sondern auch Baumarktküchen und Kinderbetten gekauft und aufgebaut wurden.

Die Stadt hat zudem kostengünstige Waschmaschinen geordert, gemeinsam mit der Nosa gebrauchte

Möbel wie Schränke, Tische, Stühle und Lampen organisiert, zum Teil finanziert aus Spendengeldern.

Während die Halberstadtwerke Töpfe, Pfannen, Toaster, Wasserkocher und Kaffeemaschinen gespendet

haben, stammen Geschirr, Besteck, Bettwäsche von Mitarbeitern der HaWoGe, des Spiele-Magazins und anderen Privatleuten.

In jede Wohnung werden zudem Küchentücher, Klopapier, Putzlappen, Spülmittel und Hygieneartikel wie Zahnbürsten, Zahnpasta und Duschgel gestellt. Dazu legt die Stadtverwaltung einen Einkaufsgutschein.

„Damit die Menschen individuell kaufen können, was sie noch brauchen. Es ist ja ein Unterschied, ob eine Mutter mit Kleinkind einzieht oder zwei ältere Damen“, sagt Nancy Wesemeier von der Stadtverwaltung.

Solche Dinge sind zusätzlich zu dem, was der Landkreis für die Unterbringung vorgibt.

„Nicht nur das“, sagt Michel Sachs von der Kreisverwaltung, „ist beispielgebend. Das ganze Prozedere hier in Halberstadt läuft wirklich vorbildlich. Es ist sehr professionell organisiert, HaWoGe, Feuerwehr, THW, Stadt und viele andere arbeiten super zusammen. Das wünschten wir uns in allen Kommunen so.“

Mit freundlicher Genehmigung der Volksstimme, Sabine Scholz

© Stadt Halberstadt, 01.04.2022

© Jeannette Schroeder E-Mail

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