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Fern ab ausgetretener Pfade des musikalischen Alltags – Fünfter Meisterkurs mit John-Cage-Preisverleihung

[(c): Stadt Halberstadt, Andreas Henke]

Der fünfte Meisterkurs für die Interpretation zeitgenössischer Musik Halberstadt 2018, dotiert mit 5000 Euro, geleitet von der gefragten Sängerin Sarah Maria Sun, hat am Sonntag seine Preisträger gefunden. Die Jury, die aus namhaften Musikspezialisten aus ganz Deutschland bestand, kam zum Ergebnis, dass von den elf Solisten dieses Musikereignisses, fern ab ausgetretener Pfade des musikalischen Alltages, zwei Damen besonders herausragten:

Magdalena Cerezo am Klavier mit Gesang und Sopranistin Johanna Vargas setzten „Mysteries of the Macabre“ von György Ligeti spannend, emotional, politisch aktuell und musikalisch einzigartig als Flüchtlingsthema um, dass jede andere Entscheidung auch sonderbar gewesen wäre.

Aber es wurden auch noch zwei zweite Preise ausgelobt:
Einer ging an Stephanie Lamprea, die gleich einer Bakchie „Dithyrambe“ von Jason Eckardt, also gleich einer dem Dionysoskult auslebenden Frau; Bakchen waren die Anhängerinnen des Dionysoskultes, die aufgestachelt von Dionysos ihr rauschhaftes, übermenschliches Unwesen in den phrygischen Bergen trieben. Lamprea singt so expressiv und langsam mit immer lauter und höher werdender Stimme, dass dem geneigten Hörer Schauer über den Rücken laufen und die Anspannung bis in die letzte Zelle strömt.

Der zweite, zweite Preis ging an Sunniva Unsgaard die von Luciano Berio „Sequenza III“, eine von insgesamt 14 Sequenzen, die für eine Frauenstimme komponiert ist, zu interpretieren. Diese Sequenzen suchen nach unverbrauchten, neuen Ausdrucksmöglichkeiten in der Musik und gelten als teilweise „unsingbar“. Unsgaard sucht diese zwiespältig Ausgangslage in einer Auseinandersetzung des Gesangs und ihrem Körper. Der Körper, der die emotional vigile, nonverbale Sprache immer wieder unterdrücken will. Es ist fast wie bei Sisyphos, ein Schritt nach vorne - zwei Schritte zurück. Die Jury war wahrlich nicht zu beneiden unter den Absolventinnen eine Prämierung zu finden. Durchweg alle Teilnehmerinnen waren gesanglich auf höchstem Niveau und haben sich wunderbar kreative Haltungen und Spielszenen zu ihrem Gesang ausgedacht. Da war es manchmal einfach die Wahl des präsentierten Themas, die schlussendlich das berühmte Zünglein an der Waage ausmachte.

Zum Schluss gab es von allen Absolventen des 5. Meisterkurses der John-Cage-Orgel-Stiftung Halberstadt noch ein Geschenk an die Dozentinnen Sarah Maria Sun und Akiko Okabe. Diese 6 Tage seien eine Lebensschule gewesen. Alle Sängerinnen wurden da abgeholt, wo sie mit ihrer gesanglichen Fertigkeit standen und das sei als Erfahrung von unschätzbarem Wert gewesen.       

Text: Daniel Theuring

 

FOTOS unten:

Bild 1 - Alle Teilnehmer des Meisterkurses

Bild 2 - Magdalena Cerezo am Klavier mit Gesang und Sopranistin Johanna Vargas setzten „Mysteries of the Macabre“ von György Ligeti spannend, emotional, politisch aktuell und musikalisch einzigartig als Flüchtlingsthema um. Foto: Andreas Henke

Bild 3 - (v.l.n.r.) Magdalena Cerezo (Spanien) am Klavier und Johanna Vargas (Kolumbien) belegten den ersten Platz. Zwei zweite Preise gingen an Sunniva Unsgaard (Norwegen) und Stephanie Lamprea (USA).

 

Halberstadt / 04.09.2018

© Jeannette Schroeder E-Mail

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[(c): Stadt Halberstadt, Andreas Henke]

Der fünfte Meisterkurs für die Interpretation zeitgenössischer Musik Halberstadt 2018, dotiert mit 5000 Euro, geleitet von der gefragten Sängerin Sarah Maria Sun, hat am Sonntag seine Preisträger gefunden. Die Jury, die aus namhaften Musikspezialisten aus ganz Deutschland bestand, kam zum Ergebnis, dass von den elf Solisten dieses Musikereignisses, fern ab ausgetretener Pfade des musikalischen Alltages, zwei Damen besonders herausragten:

Magdalena Cerezo am Klavier mit Gesang und Sopranistin Johanna Vargas setzten „Mysteries of the Macabre“ von György Ligeti spannend, emotional, politisch aktuell und musikalisch einzigartig als Flüchtlingsthema um, dass jede andere Entscheidung auch sonderbar gewesen wäre.

Aber es wurden auch noch zwei zweite Preise ausgelobt:
Einer ging an Stephanie Lamprea, die gleich einer Bakchie „Dithyrambe“ von Jason Eckardt, also gleich einer dem Dionysoskult auslebenden Frau; Bakchen waren die Anhängerinnen des Dionysoskultes, die aufgestachelt von Dionysos ihr rauschhaftes, übermenschliches Unwesen in den phrygischen Bergen trieben. Lamprea singt so expressiv und langsam mit immer lauter und höher werdender Stimme, dass dem geneigten Hörer Schauer über den Rücken laufen und die Anspannung bis in die letzte Zelle strömt.

Der zweite, zweite Preis ging an Sunniva Unsgaard die von Luciano Berio „Sequenza III“, eine von insgesamt 14 Sequenzen, die für eine Frauenstimme komponiert ist, zu interpretieren. Diese Sequenzen suchen nach unverbrauchten, neuen Ausdrucksmöglichkeiten in der Musik und gelten als teilweise „unsingbar“. Unsgaard sucht diese zwiespältig Ausgangslage in einer Auseinandersetzung des Gesangs und ihrem Körper. Der Körper, der die emotional vigile, nonverbale Sprache immer wieder unterdrücken will. Es ist fast wie bei Sisyphos, ein Schritt nach vorne - zwei Schritte zurück. Die Jury war wahrlich nicht zu beneiden unter den Absolventinnen eine Prämierung zu finden. Durchweg alle Teilnehmerinnen waren gesanglich auf höchstem Niveau und haben sich wunderbar kreative Haltungen und Spielszenen zu ihrem Gesang ausgedacht. Da war es manchmal einfach die Wahl des präsentierten Themas, die schlussendlich das berühmte Zünglein an der Waage ausmachte.

Zum Schluss gab es von allen Absolventen des 5. Meisterkurses der John-Cage-Orgel-Stiftung Halberstadt noch ein Geschenk an die Dozentinnen Sarah Maria Sun und Akiko Okabe. Diese 6 Tage seien eine Lebensschule gewesen. Alle Sängerinnen wurden da abgeholt, wo sie mit ihrer gesanglichen Fertigkeit standen und das sei als Erfahrung von unschätzbarem Wert gewesen.       

Text: Daniel Theuring

 

FOTOS unten:

Bild 1 - Alle Teilnehmer des Meisterkurses

Bild 2 - Magdalena Cerezo am Klavier mit Gesang und Sopranistin Johanna Vargas setzten „Mysteries of the Macabre“ von György Ligeti spannend, emotional, politisch aktuell und musikalisch einzigartig als Flüchtlingsthema um. Foto: Andreas Henke

Bild 3 - (v.l.n.r.) Magdalena Cerezo (Spanien) am Klavier und Johanna Vargas (Kolumbien) belegten den ersten Platz. Zwei zweite Preise gingen an Sunniva Unsgaard (Norwegen) und Stephanie Lamprea (USA).

 

Halberstadt / 04.09.2018

© Jeannette Schroeder E-Mail

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Der fünfte Meisterkurs für die Interpretation zeitgenössischer Musik Halberstadt 2018, dotiert mit 5000 Euro, geleitet von der gefragten Sängerin Sarah Maria Sun, hat am Sonntag seine Preisträger gefunden. Die Jury, die aus namhaften Musikspezialisten aus ganz Deutschland bestand, kam zum Ergebnis, dass von den elf Solisten dieses Musikereignisses, fern ab ausgetretener Pfade des musikalischen Alltages, zwei Damen besonders herausragten:

Magdalena Cerezo am Klavier mit Gesang und Sopranistin Johanna Vargas setzten „Mysteries of the Macabre“ von György Ligeti spannend, emotional, politisch aktuell und musikalisch einzigartig als Flüchtlingsthema um, dass jede andere Entscheidung auch sonderbar gewesen wäre.

Aber es wurden auch noch zwei zweite Preise ausgelobt:
Einer ging an Stephanie Lamprea, die gleich einer Bakchie „Dithyrambe“ von Jason Eckardt, also gleich einer dem Dionysoskult auslebenden Frau; Bakchen waren die Anhängerinnen des Dionysoskultes, die aufgestachelt von Dionysos ihr rauschhaftes, übermenschliches Unwesen in den phrygischen Bergen trieben. Lamprea singt so expressiv und langsam mit immer lauter und höher werdender Stimme, dass dem geneigten Hörer Schauer über den Rücken laufen und die Anspannung bis in die letzte Zelle strömt.

Der zweite, zweite Preis ging an Sunniva Unsgaard die von Luciano Berio „Sequenza III“, eine von insgesamt 14 Sequenzen, die für eine Frauenstimme komponiert ist, zu interpretieren. Diese Sequenzen suchen nach unverbrauchten, neuen Ausdrucksmöglichkeiten in der Musik und gelten als teilweise „unsingbar“. Unsgaard sucht diese zwiespältig Ausgangslage in einer Auseinandersetzung des Gesangs und ihrem Körper. Der Körper, der die emotional vigile, nonverbale Sprache immer wieder unterdrücken will. Es ist fast wie bei Sisyphos, ein Schritt nach vorne - zwei Schritte zurück. Die Jury war wahrlich nicht zu beneiden unter den Absolventinnen eine Prämierung zu finden. Durchweg alle Teilnehmerinnen waren gesanglich auf höchstem Niveau und haben sich wunderbar kreative Haltungen und Spielszenen zu ihrem Gesang ausgedacht. Da war es manchmal einfach die Wahl des präsentierten Themas, die schlussendlich das berühmte Zünglein an der Waage ausmachte.

Zum Schluss gab es von allen Absolventen des 5. Meisterkurses der John-Cage-Orgel-Stiftung Halberstadt noch ein Geschenk an die Dozentinnen Sarah Maria Sun und Akiko Okabe. Diese 6 Tage seien eine Lebensschule gewesen. Alle Sängerinnen wurden da abgeholt, wo sie mit ihrer gesanglichen Fertigkeit standen und das sei als Erfahrung von unschätzbarem Wert gewesen.       

Text: Daniel Theuring

 

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Bild 1 - Alle Teilnehmer des Meisterkurses

Bild 2 - Magdalena Cerezo am Klavier mit Gesang und Sopranistin Johanna Vargas setzten „Mysteries of the Macabre“ von György Ligeti spannend, emotional, politisch aktuell und musikalisch einzigartig als Flüchtlingsthema um. Foto: Andreas Henke

Bild 3 - (v.l.n.r.) Magdalena Cerezo (Spanien) am Klavier und Johanna Vargas (Kolumbien) belegten den ersten Platz. Zwei zweite Preise gingen an Sunniva Unsgaard (Norwegen) und Stephanie Lamprea (USA).

 

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© Jeannette Schroeder E-Mail

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