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Posthorn und Postillionhut kehren aus dem Halberstädter Museum nach Schwanebeck zurück

[(c): Stadtmarketing/Pressestelle]

„Als Kind besuchte ich oft das Städtische Museum in Halberstadt“, erzählte Martina Kosinski, Vertreterin des Heimatvereins Schwanebeck von 2013 e.V.. Interessiert stand sie immer vor der Vitrine mit einem Posthorn. Spannend wurde es dann, als ihre Familie ihr erzählte, dass dies das Horn ihres Ururopas sei. Dieser war Postillion in Schwanebeck, Karl Schulze mit Namen. Oft dachte sie an die Erzählungen ihrer Familie und fasste sich vor anderthalb Jahren ein Herz und nahm Kontakt mit dem Museum in Halberstadt auf.

 

Dort wird sich hausintern mit der Herkunft der im Museumsmagazin lagernden Objekte beschäftigt, die sogenannte Provenienzforschung. Dabei kamen auch einige Stücke zu Tage, die an andere Orte gehören und dort schon länger als vermisst gelten. So konnte auch der Sammlungsmitarbeiter André Pohl, der im Auftrag des Heimatvereins Schwanebeck von 2013 e.V. erfolgreich nach Stücken aus der in DDR-Zeiten aufgelösten – und so enteigneten – Heimatstube Schwanebeck im Halberstädter Sammlungsbestand recherchierte. Und er wurde fündig. Zu Tage kam nicht nur das Posthorn.

 

Zu den Magazinbeständen gehörte auch ein Postillionhut. Groß war die Freude bei Martina Kosinski, als sich herausstellte, dass die historische Kopfbedeckung ihren Ururgroßvater gehörte. Der Hut war sogar inventarisiert auf Karl Schulze, Mauerstraße in Schwanebeck, das Heimathaus von Frau Kosinski. Das war für sie sehr ergreifend. Ihr Vater zeigte ihr dazu auch ein Foto, wo er selbst als kleiner Junge neben dem damaligen Postillion Karl Schulze sitzt.

Frau Kosinski brachte zu dem Termin aber nicht nur das Foto mit. Sie präsentierte einen Briefbeschwerer, den ihr Ururgroßvater zum 80. Geburtstag geschenkt bekam. Folgende Worte sind dort zu lesen: „Biblisches Alter. In seltener körperlicher und geistiger Rüstigkeit feiert der ehemalige Postillion lieber Karl Schulze seinen 80. Geburtstag. Bevor 1889 die Bahnlinie Nienhagen-Jerxheim gebaut wurde, versah er den Dienst des Postillions zwischen Schwanebeck und Krottorf und ließ bei Sturm und Wetter lustig sein Posthorn erschallen. Noch heute verrichtet „Onkel Schulte“ Feldarbeit und geht sonntags regelmäßig zum Skat. Lange Jahre hindurch hat er auch den Leichenwagen gefahren und manchen Schwanebecker zu Grabe geleitet.“

 

Am 28.Juli 2021 konnte das Posthorn sowie der Postillonhut durch die Direktorin des Städtischen Museums Halberstadt, Frau Dr. Gornig, als Leihgabe an die Vorsitzende des Schwanebecker Heimatvereins, Martina Kosinski und an das Vereinsmitglied Angelika Arnoldt übergeben werden.

Ab 15. August 2021 können dann die Exponate in einer Sonderausstellung zur Thematik Postwesen im Heimathaus Schwanebeck betrachtet werden. 

Bilder Stadtverwaltung

Foto 1: v.l.n.r. Angelika Arnoldt, Martina Kosinski vom Heimatverein Schwanebeck mit Briefbeschwerer, Museumsmitarbeiter André Pohl mit Posthorn sowie Dr. Antja Gornig, Direktorin des Städtischen Museums Halberstadt, mit dem Postillionhut

Foto 4 – Postillionhut, Posthorn und Briefbeschwerer

Postillion-Foto - Postillion Schulze (89) aus Schwanebeck mit seinem Urenkel Günter Kühne

 

Stadtverwaltung Halberstadt/Pressestelle 31.07.2021

© Larissa Böst E-Mail

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