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Freundliche Hummeln

Bunte Schilder zeigen, warum an manchen Flecken im Stadtgrün das Kraut in die Höhe schießt

[(c): Sabine Scholz, Volksstimme]

Es sind freundliche Hummeln, die ins Grün lächeln. Die Erschütterungen, die die Schläge mit dem Fäustel auslösen, stören die dicken Brummer nicht – sind sie doch aufgemalt. Jonas und Diego schlagen den ersten Pflock in die Wiese, wenig später setzten
Mia, Nicola und Romy den zweiten Hummel-Pin ins Grün.
Auf dem sonnenbeschienenen Fleck blüht Klee, Margeriten, Labkraut, Hahnenfuß, Wilde Möhre – 26 verschiedenen Arten Blühpflanzen sowie fünf Gräserarten erfasst Roswitha Hutfilz, als sie nach dem Setzen der Hummel-Pins die Fläche genauer in den Blick nimmt.

Wildbienen sind unterwegs, rötliche Käfer mit schwarzen Streifen. Streifenwanzen“, berichtet die Fachfrau aus der Abteilung Stadtgrün der Stadtverwaltung.

Sie erklärt den Sechstklässlern, warum Mitschüler von ihnen im vergangenen Jahr
die freundlichen Hummeln entworfen hatten. „Oft werden wir von Bürgern darauf hingewiesen, dass wir unsere Parks nicht ordentlich pflegten, weil manche Bereiche nur einmal m Jahr gemäht werden. Aber das tun wir mit Absicht, um Insekten Schutz und Nahrung zu bieten. Damit sichtbar wird, dass es sich hier nicht um ein Versehen handelt, sondern es mit Absicht so aussieht, sollen in alle Blühwiesen Hummel- Pins gesetzt werden.“

Die Bitte um Unterstützung habe man sehr gern aufgegriffen, berichtet Marianne Kaas, schließlich fühle sich das Käthe- Kollwitz-Gymnasium als Club-of-Rome-Schule dem Klima- und Naturschutz besonders verpflichtet. „Allerdings hat Corona viele Projekte unmöglich gemacht“, so die Lehrerin.

Weshalb nun die „neuen“ Sechstklässler die Pins in die Erde setzen, die ihre Vorgänger im vergangenen Jahr entworfen hatten. Im Rahmen ihres mehrjährigen Projektes „nachhaltig.mitmachen“ hatten Schüler viele Ideen, wie die Hinweise aussehen könnten.
Sogar Keramik-Hummeln waren im Gespräch, erinnert sich Roswitha Hutfilz. „Aber auf so einer öffentliche Fläche wollten wir nichts, was einen Mitnahme- Wert hat.“ Schließlich sollen die Schilder auf städtischen Naturschutz hinweisen und nicht den eigenen Garten dekorieren.

Bei der Herstellung der Schilder hatte auch der Hausmeister geholfen, erinnert sich Marianne Kaas, und nun lassen sich die Schilder rasch reproduzieren.

Dass die Hummel-Pins auf die insektenfreundliche Bewirtschaftung der Flächen hinweisen, findet Nicola sehr gut, „denn ohne Insekten, zum Beispiel Bienen, müssten wir ja alles selbst bestäuben.“

Diego freut, dass seine Schule zeigt, dass man etwas verändern wolle und junge Menschen ändern wollten, was geändert
werden müsse.

von Sabine Scholz

Mit freundlicher Genehmigung der Volksstimme Halberstadt, 18.062021

© Jeannette Schroeder E-Mail

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