Über Eselsohren und große Kunst

[(c): Stadtbibliothek "Heinrich Heine" Halberstadt]

Liebe Leser,

ich kann doch davon ausgehen, dass Sie mit Ihren ebenso wie mit unseren Büchern pfleglich und sorgsam umgehen und da keine Eselsohren hinterlassen, oder? Denn Sie wissen ja schließlich auch, dass so ein hässlicher Knick im Buch unansehnlich ist und das möchten Sie nicht und wir möchten das auch nicht. Da sind wir uns doch einig, oder nicht?
Aber was ist, wenn es ein altes Buch ist, das niemand mehr haben möchte? Und was ist, wenn der Knick gar nicht so unansehnlich, sondern sogar ziemlich hübsch ist? Wenn die gefalteten Buchseiten einen Schmetterling abbilden? Oder einen Schriftzug? Was ist, wenn es sich um „Basteln aus Büchern“, „Bücher-Origami“, „Upcycling“ oder (wie auch immer Sie es nennen möchten) handelt, statt um Vandalismus?
Tja, also dazu mal ein ganz einfacher Merksatz: Wenn Sie sich Bücher aus der Bibliothek ausleihen und dann darin „herumfalten“, ist das immer Vandalismus. Immer. Punkt. Niemals Kunst.
Mit Ihren eigenen Büchern können Sie eigentlich machen, was Sie wollen. Und auch bei uns werden ausgesonderte und veraltete Bücher manchmal noch recycelt und einem neuen Zweck, nämlich der Dekoration von Regalen, zugeführt – also selbstverständlich nicht von mir, ich habe für jegliche Form des Bastelns Null-Komma-gar-kein Talent und was Dekoration anbelangt vielleicht sogar noch ein bisschen weniger: Ja genau, Dinge werden „undekoriert“, wenn ich sie anschaue – Ok, das war eine Übertreibung, in Wirklichkeit werden die Dinge erst hässlich, wenn ich sie anfasse …
Ich kann auch voll gut Bilder schief aufhängen, aber eigentlich war das gar nicht das Thema …

Eigentlich ging es ums Basteln: Denn falls Sie lernen möchten, wie man schöne Dinge aus alten Büchern falten kann, können Sie sich noch schnell zum Bücher-Upcycling-Workshop am 23.09.2021 um 17 Uhr anmelden. Und wer weiß, vielleicht falten Sie schon bald ganze Esel in die Bücher hinein – solange es keine Bibliotheksbücher sind, wäre das doch mal außergewöhnliche Kunst …

© Maria Schmidt E-Mail

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