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BCKategorie 21.09.2015 09:27:53 Uhr | städtisches Museum

Halberstadt en Miniature. Interaktiv durch die historischen Straßen der Stadt

Ausschnitt aus dem Historischen Stadtmodell, Detail vom Burcharditor, im Auftrag des Geschichtsvereins von Regierungsbaurat Erich Wolfram 1937 im Maßstab 1:500 für das Städtische Museum angefertigt [(c): Städtisches Museum Halberstadt]
Ausschnitt aus dem Historischen Stadtmodell, Detail vom Burcharditor, im Auftrag des Geschichtsvereins von Regierungsbaurat Erich Wolfram 1937 im Maßstab 1:500 für das Städtische Museum angefertigt ©Städtisches Museum Halberstadt

Eine große Stadt in Kleinformat erwartet den Besucher in diesem Raum der Ausstellungen. Im Auftrag des Geschichtsvereins fertigte Regierungsbaurat Erich Wolfram im Jahre 1937 ein Großmodell der Stadt Halberstadt im Maßstab 1:500 für das Städtische Museum an.

Es überlebte die Kriegswirren und auch noch heute zeigt es ein detailgetreues Abbild der mittelalterlichen Stadt. Wenn auch die Stadt um 1780 dargestellt ist, so gilt die Darstellung jedoch für fast 600 Jahre. Mit dem Beginn der Ummauerung der Stadt um 1220 bis in die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts hatte sich der historische Stadtkern kaum verändert. Innerhalb der Mauern entstandene Bauwerke waren zu großen Teilen bis in diese Zeit noch vorhanden, große Teile bereits im Mittelalter entstanden.

Dieser typische Stadtgrundriss entstand durch ein Ereignis, das im Zusammenhang mit Heinrich dem Löwen steht. 1179 zerstörten die Truppen Heinrich des Löwen die bereits bestehenden Befestigungsanlagen, bestehend aus Gräben und Wällen, und legten die Stadt in Schutt und Asche. Im Zuge des Wiederaufbaus umgab man sie mit einer Mauer. 78 ha Territorium wurden umschlossen. Rund 8000 Menschen lebten zu dieser Zeit in den Mauern.

Heute nur noch in Teilstücken erhalten, umschloss die Mauer mit ihren vier Kilometern Länge im Mittelalter das gesamte Stadtgebiet. Sie besaß eine Höhe von 5,5 m und eine Breite von 1,9 m. Die sieben Tore gewährten Einlass in die Stadt. Die über 30 runden und eckigen Türme dienten der Verteidigung bei Angriffen. An der Innenseite befand sich ein hölzerner Wehrgang. Vor der Mauer gab es seit dem 13. Jahrhundert auch Gräben und Wälle. Zu den sieben Stadttoren führten feste Brücken oder Zugbrücken.
Der anwachsende Verkehr und die Stadterweiterung bedingten Anfang des 19. Jahrhundert den Abriss großer Teile der Mauer. Auch viele hier abgebildete Gebäude sind heute nicht mehr vorhanden, durch den Bombenangriff auf die Stadt am 8. April 1945 und die Flächenabrisse in der historischen Altstadt in den 80er Jahren des 20. Jahrhundert, veränderte sich das Stadtbild erheblich.
Das Stadtmodell zeigt ein typisches Beispiel einer mittelalterlichen Stadt, wie wir es heute kaum noch finden. Nachvollziehbar kann der Besucher die Strukturen erkennen, bedeutende Einrichtungen finden, wie Siechenhöfe, Klöster, Kirchen und auch eine Salpeterhütte oder eine mittelalterliche Wasserkunst, die beispielgebend für viele andere mittelalterliche Stadtplanungen sind.

Eine interaktive Multimediastation ermöglicht es jedem einzelnen Besucher die historische Entwicklung der Stadt in Bild und Ton in einer über dreistündigen Präsentation zu erleben. Lassen Sie sich in die Historie der Stadt entführen, erfahren Sie mehr zur Entwicklung der Stadtstruktur, ihren einzelnen Stadtbezirken, zu einzelnen historisch bedeutenden Profanbauten und Kirchen, zu Stadtmauer, Stadttoren und zu den Märkten. Tauchen Sie ein in die Geschichte der bischöflichen Domburg und erfahren Sie interessante Details zu Siechenhäusern, Wasserkünsten und Pulverhütten.

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