Erfassung und Bewertung des Erhaltungszustandes von Rotmilan-Bruthabitaten in den sachsen-anhaltinischen Rotmilan-Dichtezentren

Laufzeit: 01.12.2025 – 29.02.2028

Fördervolumen: 310.664,54 €

Fördermittel: Projektförderung durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) im Rahmen des Nationalen Artenhilfsprogramm (nAHP)

Hintergrund:
In den vergangenen Jahren zeigten sich in Sachsen-Anhalt vermehrt erhebliche Schäden der Baumbestände im gesamten Bundesland (Bley et al., 2015; Mammen et al., 2014). Diese sind meist bedingt durch Überalterung, mangelnde Pflege sowie der anhaltenden Trockenheit der letzten Jahre. Diese Schäden können bis zum Zusammenbruch ganzer Baumreihen und Feldgehölzen führen. Bereits ab Ende der 1990er Jahren zeichnete sich dieses Problem ab und wurde unter anderem im „Artenhilfsprogramm Rotmilan des Landes Sachsen-Anhalt“ (Mammen et al., 2014) aufgegriffen. Dort wurden gezielt Maßnahmen zur „Erhaltung und Pflege der Nistplatzstrukturen“ dringlich empfohlen. Bei fehlenden Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen ist davon auszugehen, dass viele dieser Strukturen langfristig aus der Landschaft verschwinden werden.

In der Agrarlandschaft stellen eben diese Flur- und Feldgehölze den überwiegenden Teil (potentieller) Brutplätze für den Rotmilan und zahlreiche weitere Brutvögel dar. Das Angebot von Brutplatzstrukturen stellt neben der Nahrungsverfügbarkeit die zentrale Bedingung zur Besiedelung eines Gebietes durch Vögel dar. Ein Wegfallen dieser Brutplatzangebote wird sich sehr wahrscheinlich langfristig negativ auf die lokale Rotmilan-Population auswirken. Da Sachsen-Anhalt eines der Kerngebiete der weltweiten Rotmilan Verbreitung ist, steht dieser auch auf der „Liste der Verantwortungsarten des Landes Sachsen-Anhalt“ (LAU, 2019). Aufgrund dieser besonderen Verantwortung diese Art zu schützen und zu erhalten sollte dem langfristigen Brutplatzwegfall dringlichst entgegengewirkt werden.

Ziel:
Ziel dieses Projektes ist eine umfassende Erhebung und Zustandsbewertung der Gehölzstrukturen in den sachsen-anhaltinischen Rotmilan-Dichtezentren. Auf Grundlage dieser Erhebung soll der Umfang des Handlungsbedarfs sowie der erforderlichen Maßnahmen ermittelt werden. Da eine flächendeckende Untersuchung der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche des Bundeslandes (56,7 % der Gesamtfläche) aufgrund der Größe nicht realisierbar ist, konzentriert sich das Projekt daher auf die Dichtezentren, die auf der Datengrundlage beider landesweiten Erfassungen ermittelt wurden (Hartmann et al., 2021). Die Projektfläche umfasst somit 4.175,68 km², aufgeteilt in 16 Teilgebiete.

Damit legt dieses Projekt die Grundlage für eine effiziente Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung und bestmöglich langfristigen Sicherung der Bruthabitate für den Rotmilan in Sachsen-Anhalt.

Bibliographie:
Bley, D., Mammen, U., Günther, E., 2015. Die Bedeutung von Pappeln (Populus spec.) im nördlichen Harzvorland für den Rotmilan Milvus milvus. : The importance of populars (Populus spec.) for the Red Kite Milvus milvus in the Northern Harz Foreland., in: Rotmilan zwischen Luzerne-Anbau und Pappel-Umbau., Abhandlungen und Berichte aus dem Museum Heineanum. Eigenverlag, Halberstadt, pp. 63–84.

Hartmann, H., Kolbe, M., Steinborn, E., 2021. Die landesweite Rotmilankartierung nach dem ersten Erfassungsjahr 2021. Apus 26, 97–99.

Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt (LAU), 2019. Liste der Verantwortungsarten WWW Document. Landesportal Sachsen-Anhalt. URL https://lau.sachsen-anhalt.de/fachthemen/naturschutz/arten-und-biotopschutz/liste-der-verantwortungsarten (letzter Zugriff am 09.12.2025).

Mammen, U., Mammen, K., Nicolai, B., Böhner, J., Wehrmann, J., Fischer, S., Dornbusch, G., 2014. Artenhilfsprogramm Rotmilan des Landes Sachsen-Anhalt. Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt 2014, 3–160.

 

Kontakt:
Karen Paschke & Cara Heldmaier
Am Kloster 1
38820 Halberstadt
Tel.: +49 3941 58337441
Mail: paschke@rotmilanzentrum.de & heldmaier@rotmilanzentrum.de

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