Blog Nr. 100
Liebe Leser, wie Sie sicher in der Übersicht gesehen haben, bevor Sie diesen Beitrag ausgewählt haben, lesen Sie gerade (Trommelwirbel) unseren 100. Blog (Konfetti, Konfetti, Konfetti – Fanfaren und Trompeten). Und auch, wenn es wirklich nicht unsere Art ist, uns selbst zu loben und unseres Talents und Esprits zu rühmen, müssen wir in aller Bescheidenheit feststellen, dass wir schon auch ein ganz kleines bisschen stolz auf uns sind. Und deswegen, liebe Leser, erhalten Sie heute einen Rückblick über 100 Blogbeiträge voll Tränen, Schweiß und Seufzen (in der Produktion), die Ihnen hoffentlich das ein oder andere Schmunzeln entlocken konnten (wovon wir ausgehen, sonst wären Sie wohl längst nicht mehr dabei – es sein denn natürlich, Sie sagen sich seit Blog 1: „Jetzt habe ich angefangen, jetzt will ich auch wissen, wie es ausgeht.“ 😉, dann tja, müssen wir Ihnen leider sagen, dass Sie wohl noch eine Weile durchhalten müssen, denn wir sind noch motiviert …).
Und nun zu den Fakten: Im Januar 2019 startete der Blog „Ansichten einer vorlauten Bibliothekarin“, nachdem unsere Chefin es für eine gute Idee hielt, einen Bibliotheksblog anzufangen, in dem unseren Lesern Literaturtipps und Veranstaltungshinweise präsentiert werden. Mein sofortiger Zwischenruf, dass auch Geschichten aus dem Bibliotheksalltag möglich wären, wurde verhalten positiv aufgenommen, aber auch nicht wirklich abgelehnt. Die Anregung hatte Frau Sommer aus einer Weiterbildung, in der ein Bibliotheksblog vorgestellt wurde, in dem unter der Überschrift „Backen mit Freunden“ Backbücher „beworben“ wurden – und so könnten wir doch auch auf unseren Bestand aufmerksam machen, war der Gedanke … Wenn ich jetzt so näher darüber nachdenke, hat sie in bisher 99 Blogartikeln alles Mögliche zu lesen bekommen, aber nicht das, was sie eigentlich wollte und wie Sie merken, liebe Leser, wird der 100. nun auch nicht anders … Memo an mich: BACKBÜCHER … Aber hey, der Blog heißt „Ansichten einer vorlauten Bibliothekarin“ von einer backenden Bibliothekarin war hier nie die Rede …
Aber zurück zum Thema: Der anfängliche wöchentliche Publikationsrhythmus war dann doch schwieriger einzuhalten als gedacht und führte in eine kreative Rezession, sodass nach 18-monatiger kreativer Regenerationsphase (sprich Blogpause) der Blog wieder regelmäßig, dafür nur noch monatlich erschien – und das seitdem nahezu pausenlos (Wir gestehen: an Weihnachten haben wir uns letztes Jahr nochmal einen Monat Blogauszeit genommen – hatten Sie es gemerkt?). Das gelingt nun nicht zuletzt auch deswegen, weil dieser Blog kein „Einsamer-Wolf-Projekt“ mehr ist: Es ist mir gelungen, einer geschätzten wortgewandten und humorvollen Kollegin das Blogschreiben aufzudrücken und sie – selbstverständlich ausschließlich aufgrund ihrer wortakrobatischen Fähigkeiten und niemals nur zur eigenen Entlastung – dabei zu halten. So gesehen hätte der Blog eine Namensangleichung verdient: „Wortgefechte zweier vorlauter Bibliothekarinnen“ … klingt aber noch nicht ganz perfekt … wir werden weiter darüber nachdenken – und, damit Sie sich vorstellen können, wie das abläuft, schenken wir Ihnen ein Bild im Kopf: Kennen Sie die Muppets? Wenn wir zusammen brainstormen, klingen wir immer ein bisschen wie Statler und Waldorf … nur sitzen wir am Schreibtisch, nicht am Balkon …
Unser „Zwei-Hirne-juxen-besser-als-eins-Prinzip“ ist aber nicht das einzige Durchhaltegeheimnis: Außerdem steht ein Team hinter uns, das sich um die Fotos kümmert und falls nötig Ideen und Vorschläge für neue Beiträge liefert – an dieser Stelle daher Jubel und Applaus für das Social-Media-Team.
Und was dabei in nun 100 Blogs herausgekommen ist, ist folgendes:
- Unser häufigstes Blogthema war: Unser Bestand, natürlich bloggen wir am häufigsten Medienempfehlungen – so war es ja von Fr. Sommer bestellt, im Übrigen empfehlen wir am häufigsten Sachliteratur – wir erfüllen unsere Aufgabe im Großen und Ganzen also doch recht zuverlässig, möchten an dieser Stelle aber nicht verschweigen, dass die anderen häufigen Themen Geschichten aus dem (nicht ganz) Alltag (z.B. lustige Begebenheiten mit unseren Nutzern sowie Blicke hinter die Kulissen), sowie Veranstaltungen umfassen.
- Statistisch gesehen umfassen unsere Sätze im Schnitt 24,6 Wörter, was wohl vor allem den nicht allzu selten auftretenden Schachtelsätzen zuzuschreiben ist, derer sich an dieser Stelle gerne bedient wird, sodass gelegentliche Ellipsen (oder normale Sätze) hinreichend ausgeglichen werden.
- Bisher haben wir 263 Medien aus unserem Bestand empfohlen und Sie auf 65 Veranstaltungen aufmerksam gemacht.
- Häufigste Begriffe: Leser, Buch, Bibliothek (wenn man Buch und Bücher zusammennimmt, erringt das Lemma mit Abstand Platz 1) (Wörter wie „und“ oder „oder“ usw. natürlich nicht mitgezählt).
- Unser längster Satz lautete: „Alexei Nawalny: „Schweigt nicht! Reden vor Gericht“ – schon wenige Sätze reichen, um zu verstehen, warum Putin Nawalny nicht leiden kann: Nawalny äußert harsche Kritik an Putin und Russland, aber vor allem an den dort herrschenden Zuständen – zum Teil selbstinszenierend und oft spöttisch bis witzig, (und man weiß ja, wie sehr Putin es liebt, kritisiert zu werden), unterfüttert das Ganze dann auch noch dreister Weise mit Belegen (ja, ok, er nimmt sich die Deutungshoheit, wenn nicht sogar den Anspruch auf moralische Bewertung der von ihm vorgetragenen Fakten und reiht seine Aussagen so geschickt aneinander, dass es schon eines ziemlich umfangreichen Hintergrundwissens bedarf, um folgen zu können – zum Glück gibt’s im Buch Anmerkungen) und legt dabei auch noch diese freche Erhabenheit an den Tag – nicht hochmütig und trotzdem eindeutig überlegen führt er den „diebischen Opa“ (ebd., S.17) mit rhetorischem Kunstgeschick regelmäßig vor.“ und umfasst 138 Wörter. Wir gestehen an dieser Stelle, dass tatsächlich einige opulente Satzkonstrukte in die engere Auswahl zur Bewertung des überdurchschnittlich außerordentlich stattlichen Siegersatzes geraten sind, bevor wir wirklich den längsten Satz gefunden haben.
- Apropos außerordentlich: Wir begnügen uns keinesfalls mit standardisierten oder gar sich wiederholenden Wortgebilden, denn unsere Beiträge umfassen bei insgesamt immerhin 47.100 ganze 8.739 verschiedene Worte.
- Wiederholungen kommen bei uns aber durchaus vor: Häufigste Kollokationen sind „liebe Leser“, („15 Uhr“, „16 Uhr“) und „Leser wissen“
Kurz gesagt: Wir sind durchaus zufrieden.
Heute gibt es keine Lesetipps und Veranstaltungshinweise, heute feiern wir uns einfach selbst. Konfetti 😊
