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Bedeutendes musikalisches Erbe für Halberstadt

Stadtarchiv übernimmt Nachlass von Hans Auenmüller – Auftakt für das Auenmüller-Jahr 2026

Stadtarchiv übernimmt Nachlass von Hans Auenmüller – Auftakt für das Auenmüller-Jahr 2026 ©Stadt Halberstadt, Stadtmarketing

Mit einem Pressetermin im Foyer des Gleimhauses ist am Dienstag, 27. Januar 2026, ein bedeutendes Kapitel Halberstädter Kulturgeschichte offiziell in die Obhut der Stadt übergegangen: Der künstlerische Nachlass des Dirigenten und Komponisten Hans Karl Balduin Auenmüller wurde dem Stadtarchiv Halberstadt übergeben. Anlass ist der 100. Geburtstag des Künstlers, der am 31. Oktober 2026 begangen wird.

Hans Auenmüller (31. Oktober 1926 – 3. August 1991) wirkte seit 1954 prägend am Halberstädter Theater – zunächst als Chorleiter, später als Musikdirektor. Über Jahrzehnte gestaltete er das musikalische Leben der Stadt maßgeblich mit. Besonders die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen nahm dabei einen zentralen Stellenwert ein und wirkt bis heute nach.

„Hans Auenmüller ist eine ganz große und wichtige Persönlichkeit für die Halberstädter Stadt-, Kultur- und Kunstgeschichte“, sagte Museums- und Archivleiterin Dr. Antje J. Gornig. „Von Mitte der 1950er-Jahre bis zur Wendezeit hat er das musikalische Profil unserer Stadt entscheidend geprägt. Er hat mehrere Opern geschrieben, große Werke geschaffen und die Kinder- und Jugendarbeit auf ein außergewöhnlich hohes fachliches Niveau gehoben. Dass wir dieses Erbe heute offiziell durch die Familie erhalten, ist für uns etwas ganz Besonderes und sehr Bewegendes.“

Der kompositorische Nachlass befand sich nach dem Tod des Künstlers zunächst im Besitz der Witwe und der Kinder und wurde der Internationalen Andreas-Werkmeister-Gesellschaft zugeeignet. Bereits im August 1997 stellte Dr. Rüdiger Pfeiffer dem Stadtarchiv rund neun laufende Meter als Depositum zur Verfügung. Mit einem im November 2025 unterzeichneten Schenkungsvertrag übergab Michael Auenmüller nun den vollständigen künstlerischen Nachlass offiziell an das Stadtarchiv Halberstadt und damit an die Stadt Halberstadt.

Oberbürgermeister Daniel Szarata würdigte diesen Schritt ausdrücklich:

„Das sind Erinnerungsstücke, und Sie dürfen sicher sein, dass sie bei uns in guten Händen sind. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es nicht leicht ist, so etwas aus der Hand zu geben. Umso mehr danke ich Ihnen persönlich, dass Sie bereit sind, uns das Erbe Ihres Vaters anzuvertrauen und wissenschaftlich aufbereiten zu lassen. Ohne seinen Beitrag hätte sich unser Theater in dieser Form nicht entwickeln können – das ist bis heute ein wichtiger Standortvorteil für Halberstadt.“

Im Jubiläumsjahr 2026 beginnt mit Unterstützung Ehrenamtlicher die systematische Erschließung und Katalogisierung der erhaltenen Werke, um sie sowohl der Fachwelt als auch der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Fachlich begleitet wird dieser Prozess von ausgewiesenen Kennern des Werks. Neben dem Sohn des Komponisten bringt sich auch Silke Nuss, Regieassistentin am Harztheater aktiv in die Aufarbeitung ein.

„Hans Auenmüller war musikalischer Oberleiter mit einer enormen schöpferischen Kraft“, erläuterte Silke Nuss. „Er hat unglaublich viel komponiert und kommentiert. Der Nachlass bietet die Chance, bislang wenig bekannte Werke neu zu entdecken und wieder auf die Bühne zu bringen.“

Für Michael Auenmüller ist die Übergabe ein sehr persönlicher Moment:

„Wo sonst, wenn nicht hier in Halberstadt, soll das kulturelle und musikalische Erbe meines Vaters besser aufgehoben sein? Ich bin hocherfreut und dankbar, heute in meine Heimat- und Geburtsstadt gekommen zu sein, um den gesamten künstlerischen Nachlass offiziell dem Stadtarchiv zu übergeben. Fast vier Jahrzehnte lang durfte mein Vater das musikalische Leben dieser Stadt mitgestalten – hier gehört sein Werk auch für die Zukunft hin.“

Konkreter Ausblick auf das Auenmüller-Jahr 2026

Rund um den 100. Geburtstag von Hans Auenmüller sind im Jahr 2026 zahlreiche Veranstaltungen geplant.

Am 16. Dezember 2026 findet ein großer Abendvortrag statt, bei dem erste Ergebnisse der Nachlasserschließung vorgestellt und die Bedeutung Auenmüllers für das musikalische Leben Halberstadts beleuchtet werden.

Im Städtischen Museum Halberstadt werden besondere Stücke aus dem Nachlass – darunter der Kulturpreis von 1989 – in der Foyervitrine präsentiert.

Zudem erscheint im Oktober 2026 anlässlich des Geburtstags ein ausführlicher Beitrag in der Zeitschrift Harz und Bruch.

Auch das Theater beteiligt sich umfassend am Auenmüller-Jahr:

Am 1. November 2026 ist im Rahmen der Veranstaltungsreihe Stunde der Musik eine Halberstädter Erstaufführung des Werkes „Gebete aus der Arche“ geplant. Ein Streichquartett der Dresdner Philharmonie sowie zwei Solisten des Harztheaters wirken dabei mit.

Am 13. November 2026 folgt ein Festkonzert im Rahmen der Symphoniekonzertreihe mit der Aufführung des Bratschenkonzerts von Hans Auenmüller.

Von September bis zum Jahresende 2026 zeigt das Harztheater im Foyer des Großen Hauses eine Ausstellung zu Leben und Werk des Komponisten. Darüber hinaus wird der Theaterchor Werke Auenmüllers im Weihnachtskonzert präsentieren.

Mit der offiziellen Übergabe des Nachlasses beginnt damit ein Jubiläumsjahr, das Forschung, Erinnerung und musikalische Entdeckungen miteinander verbindet – und das Wirken eines Künstlers würdigt, der Halberstadt nachhaltig geprägt hat.

Halberstadt. Ganz erinnerungswürdig.

Foto: Stadt Halberstadt/ Jeannette Schroeder
Vor ausgewählten Stücken aus dem Nachlass von Hans Auenmüller stehend (von links) Dr. Antje J. Gornig, Silke Nuss, Michael Auenmüller sowie Oberbürgermeister Daniel Szarata

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© Jeannette Schroeder E-Mail

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