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Ein außergewöhnlicher Friedhof der späten Jungsteinzeit und der frühen Bronzezeit auf dem Sonntagsfeld

[(c): Dr. Matthias Sopp, Archäologe, Grabungsleiter im Sonntagsfeld]

Bei den aktuellen Grabungen 2018 auf dem Sonntagsfeld wurden in der Nordwestecke des Baufeldes auf einem Areal von ca. 300m2 zwölf Körpergräber entdeckt. An Hand der Gefäßbeigaben sind vier der Körpergräber sicher der spätneolithischen Glockenbecherkultur (2500 bis 2200 v. Chr.; benannt nach einer für diese Kultur typischen Gefäßform) und sechs der frühbronzezeitlichen Aunjetitzer Kultur (2300 bis 1600 v. Chr.; benannt nach dem eponymen Fundort Unetice bei Prag) zuzuweisen.

Zwei weitere Körpergräber, die zwar keine datierbaren Beigaben bargen, sind ebenfalls einer dieser beiden zeitlich aufeinanderfolgenden Kulturen zuzuordnen.


Die Gräber gehören entweder einer jüngeren Phase der erstgenannten bzw. einer frühen Phase der letztgenannten Kultur an. Die Skelette wurden in unterschiedlichem Erhaltungszustand und verschieden aufwendig angelegten Gräbern, aber alle nachweislich in Hocklage und in nordsüdlicher Ausrichtung angetroffen.

Der Schädel, der in rechter Hockstellung Bestatteten, lag dabei stets im Süden der Grabgrube. In dieser Stellung wurden in der Aunjetitzer Kultur sowohl Männer und Frauen beigesetzt, in der Glockenbecherkultur fast ausschließlich die Frauen. Dagegen befand sich in einem Falle (Befund 381) der Schädel eines in linker Hocklage beigesetzten Mannes der Glockenbecherkultur am nördlichen Ende des Grabes. Der Blick ging aber immer nach Osten.

Während die Skelette, die sich in den einfachen Grabgruben im Lößboden fanden, noch sehr gut erhalten waren, waren von den Skeletten, die sich ehemals in mit Steinen eingefassten Holzkammern befanden, nur noch Reste vorhanden.  In zwei der sechs frühbronzezeitlichen Grabgruben wurden jeweils sechs bzw. zwei Individuen neben- und übereinander entdeckt.

Möglicherweise hatte man hier bereits vorhandene Bestattungen beiseite geräumt und/oder verstorbene Individuen nur unvollständig beigesetzt.  Diese beiden Grabbefunde waren allerdings durch spätere Siedlungsgruben in der frühen Eisenzeit gestört worden.

Text und Fotos: Dr. Matthias Sopp, Archäologe, Grabungsleiter im Sonntagsfeld

FOTO 1: Körpergrab in rechter Hocklage.

FOTO 2:Tasse als Grabbeigabe.

 

Stadtverwaltung Halberstadt / Pressestelle / 07.11.2018

© Jeannette Schroeder E-Mail

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Ein außergewöhnlicher Friedhof der späten Jungsteinzeit und der frühen Bronzezeit auf dem Sonntagsfeld

[(c): Dr. Matthias Sopp, Archäologe, Grabungsleiter im Sonntagsfeld]

Bei den aktuellen Grabungen 2018 auf dem Sonntagsfeld wurden in der Nordwestecke des Baufeldes auf einem Areal von ca. 300m2 zwölf Körpergräber entdeckt. An Hand der Gefäßbeigaben sind vier der Körpergräber sicher der spätneolithischen Glockenbecherkultur (2500 bis 2200 v. Chr.; benannt nach einer für diese Kultur typischen Gefäßform) und sechs der frühbronzezeitlichen Aunjetitzer Kultur (2300 bis 1600 v. Chr.; benannt nach dem eponymen Fundort Unetice bei Prag) zuzuweisen.

Zwei weitere Körpergräber, die zwar keine datierbaren Beigaben bargen, sind ebenfalls einer dieser beiden zeitlich aufeinanderfolgenden Kulturen zuzuordnen.


Die Gräber gehören entweder einer jüngeren Phase der erstgenannten bzw. einer frühen Phase der letztgenannten Kultur an. Die Skelette wurden in unterschiedlichem Erhaltungszustand und verschieden aufwendig angelegten Gräbern, aber alle nachweislich in Hocklage und in nordsüdlicher Ausrichtung angetroffen.

Der Schädel, der in rechter Hockstellung Bestatteten, lag dabei stets im Süden der Grabgrube. In dieser Stellung wurden in der Aunjetitzer Kultur sowohl Männer und Frauen beigesetzt, in der Glockenbecherkultur fast ausschließlich die Frauen. Dagegen befand sich in einem Falle (Befund 381) der Schädel eines in linker Hocklage beigesetzten Mannes der Glockenbecherkultur am nördlichen Ende des Grabes. Der Blick ging aber immer nach Osten.

Während die Skelette, die sich in den einfachen Grabgruben im Lößboden fanden, noch sehr gut erhalten waren, waren von den Skeletten, die sich ehemals in mit Steinen eingefassten Holzkammern befanden, nur noch Reste vorhanden.  In zwei der sechs frühbronzezeitlichen Grabgruben wurden jeweils sechs bzw. zwei Individuen neben- und übereinander entdeckt.

Möglicherweise hatte man hier bereits vorhandene Bestattungen beiseite geräumt und/oder verstorbene Individuen nur unvollständig beigesetzt.  Diese beiden Grabbefunde waren allerdings durch spätere Siedlungsgruben in der frühen Eisenzeit gestört worden.

Text und Fotos: Dr. Matthias Sopp, Archäologe, Grabungsleiter im Sonntagsfeld

FOTO 1: Körpergrab in rechter Hocklage.

FOTO 2:Tasse als Grabbeigabe.

 

Stadtverwaltung Halberstadt / Pressestelle / 07.11.2018

© Jeannette Schroeder E-Mail

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