„REICH und SCHÖN?
Die Fürstengräber der jüngeren Römischen Kaiserzeit aus Emersleben“
Seit 2024 wird die Archäologische Sammlung des Städtischen Museums Halberstadt von einem Wissenschaftlichen Beirat begleitet. Die Expertinnen und Experten aus verschiedenen Forschungseinrichtungen Deutschlands beraten das Museum beim verantwortungsvollen Umgang mit dem archäologischen Erbe und unterstützen die wissenschaftliche Weiterentwicklung der Sammlung.
Am 29. Juni 2026 kam der Beirat erneut in Halberstadt zusammen. Die Sitzung fand im Rathaus statt. Im Mittelpunkt standen die Vorbereitungen für die wissenschaftliche Fachtagung „REICH und SCHÖN? Die Fürstengräber der jüngeren Römischen Kaiserzeit aus Emersleben“, die am 28. und 29. August 2026 im Rathaus Halberstadt veranstaltet wird.
Bedeutende Funde mit großem Forschungspotenzial
Die beiden Fürstengräber aus Emersleben wurden in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts n. Chr. angelegt und vor 85 Jahren, im Jahr 1941, unter Mitwirkung des damaligen Museumsleiters August Hemprich geborgen. Sie zählen zu den bedeutendsten archäologischen Funden der Region und besitzen bis heute großes Potenzial für archäologische und interdisziplinäre Forschungen.
Anlässlich des 85. Jahrestages ihrer Entdeckung wurden gemeinsam mit dem Wissenschaftlichen Beirat neue wissenschaftliche Untersuchungen angestoßen.
Internationale Fachtagung im August
Im Rahmen der Tagung werden 17 Referentinnen und Referenten aus Deutschland und Polen die Emerslebener Bestattungen im europäischen Kontext der Prunkgräber der Römischen Kaiserzeit beleuchten. Im Fokus stehen unter anderem aktuelle Forschungsergebnisse zu den Themen:
- Gesellschaft der Römischen Kaiserzeit
- Bestattungssitten
- Mobilität
- Handel im Raum Halberstadt
- Ein besonderer Höhepunkt ist der Festvortrag des Landesarchäologen Prof. Dr. Harald Meller, der über den aktuellen Forschungsstand in Sachsen-Anhalt informieren wird.
Die Teilnahme an der Tagung ist kostenfrei. Anmeldungen sind ab sofort per E-Mail an archaeologie@halberstadt.de möglich.
Sonderausstellung für 2028 geplant
Die Emerslebener Funde wurden bislang noch nie vollständig in Halberstadt der Öffentlichkeit präsentiert. Dies soll sich ändern: Für das Jahr 2028 plant das Städtische Museum eine Sonderausstellung, in der die außergewöhnlichen Objekte sowie die Ergebnisse der laufenden Forschungen umfassend vorgestellt werden.
Pressegespräch mit selten gezeigten Originalfunden
Bereits während der Beiratssitzung am 29. Juni 2026 werden ausgewählte Gold- und Silberobjekte aus den Emerslebener Prunkgräbern von den Fachleuten begutachtet. Das Museum erwartet von den Einschätzungen des Wissenschaftlichen Beirats wichtige Impulse für die weitere wissenschaftliche Aufarbeitung der Funde.
Um 13:45 Uhr findet im Foyer des Städtischen Museums Halberstadt ein Pressegespräch zum aktuellen Forschungsstand und zur bevorstehenden Fachtagung statt. Dabei werden herausragende Fundstücke erstmals seit längerer Zeit wieder öffentlich präsentiert.
Für Fragen stehen die Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats gemeinsam mit der Museumsarchäologin Dr. Anne-Kathrin Kokles sowie der Museumsdirektorin Dr. Antje J. Gornig zur Verfügung.
