Das Heineanum mausert sich: Ab Oktober bleibt das Museum geschlossen

Noch einmal Uhu, Steinkauz und Co. ganz nah erleben, durch die vertrauten Ausstellungsräume gehen und einen Blick hinter die Kulissen werfen: Beim Aktionstag „Wir mausern uns“ hat sich das Heineanum jüngst von seiner bisherigen Dauerausstellung verabschiedet. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, das Vogelkundemuseum noch einmal in seiner vertrauten Gestalt zu erleben.

Nun beginnt die nächste Phase: Ab Donnerstag, 1. Oktober 2026, bleibt das Heineanum für Besucherinnen und Besucher geschlossen. Das Museum bekommt ein neues Federkleid. Die Dauerausstellung wird grundlegend modernisiert und neugestaltet. Voraussichtlich im Herbst 2027 öffnet das Heineanum wieder – moderner, interaktiver und barriereärmer.

Abschied mit Uhu Locke und Steinkauz Jerry

Beim Aktionstag wurde noch einmal deutlich, was das Heineanum so besonders macht: eine außergewöhnliche Sammlung, spannende Geschichten und Begegnungen, die man so schnell nicht vergisst. Bei Führungen durch Ausstellung und Magazin erhielten die Gäste Einblicke in die Geschichte des Museums, seine Sammlung und die Arbeit hinter den Kulissen.

Für besondere Aufmerksamkeit sorgten Uhu Locke und Steinkauz Jerry. Jens und Jana Haberlandt aus Bernburg präsentierten die beiden Tiere und machten damit den Uhu, das Maskottchen und Logo des Heineanums, zum lebendigen Mittelpunkt des Aktionstages.

Museumsdirektor Rüdiger Becker nahm die Besucherinnen und Besucher mit auf eine Reise durch die Ausstellung und zeigte ausgewählte Exponate. Gleichzeitig gab er bereits einen Vorgeschmack auf das, was die Gäste nach der Modernisierung erwartet. Denn auch wenn sich das Heineanum nun für einige Zeit hinter seinen Türen zurückzieht, ist eines sicher: Die Rückkehr ist bereits in Vorbereitung.

Ein neues Federkleid für das Heineanum

Nach rund 50 Jahren erhält die Dauerausstellung eine Frischekur. Inhalte und Gestaltung werden neu konzipiert, wissenschaftliche Inhalte aktualisiert und digitale sowie interaktive Elemente integriert. Die Ausstellungsvitrinen werden neugestaltet, die Technik im Erdgeschoss erneuert und die Vogelobjekte fachgerecht für ihre künftige Präsentation vorbereitet.

Dabei soll künftig noch stärker erzählt werden, welche Geschichten hinter den Präparaten stecken und welche Bedeutung die Sammlung für Wissenschaft, Forschung und Naturschutz hat.

Das Heineanum ist weit mehr als ein Museum: Seine Geschichte reicht mehr als 200 Jahre zurück. Die Vogelsammlung geht auf Ferdinand Heine senior (1809–1894) zurück und zählt heute zu den bedeutenden ornithologischen Sammlungen Europas. Sie dokumentiert einen außergewöhnlichen Teil der weltweiten Vogelvielfalt und umfasst auch Präparate bereits ausgestorbener Vogelarten. Zum Bestand gehören außerdem bedeutende Fossilien, darunter ein Plateosaurier und ein Plesiosaurier.

Mehr Barrierefreiheit

Mit der Neugestaltung wird auch die Barrierefreiheit verbessert. Der Zugang zum Gebäude und zum Erdgeschoss wird künftig über eine Rampe barrierefrei möglich sein. Für das Obergeschoss wird ein Hublift eingebaut.

Auch die Vermittlung wird barriereärmer. Multisensorische Stationen sollen verschiedene Sinne ansprechen und Informationen über Hören, Sehen und Fühlen vermitteln. So soll die neue Ausstellung für noch mehr Menschen zugänglich und erlebbar werden.

372.000 Euro für die Neugestaltung

Insgesamt werden 372.000 Euro in die Neugestaltung der Dauerausstellung investiert. Einen wesentlichen Beitrag leistet der Förderkreis für Vogelkunde und Naturschutz am Museum Heineanum e. V. und übernimmt 73.400 Euro des Eigenanteils.

Mehr als 200 Mitglieder engagieren sich im Förderkreis für das Museum und seine Arbeit. Ein Teil der benötigten Eigenmittel muss noch zusammengetragen werden. Wer das neue Heineanum unterstützen möchte, kann mit einer Spende dazu beitragen, dass das neue Federkleid des Museums Wirklichkeit wird.

Das neue Ausstellungskonzept entsteht in enger Zusammenarbeit von Heineanum, Förderkreis und der Kreativagentur IdeenGut. Das Kulturmarketing der Stadt Halberstadt begleitet den Prozess.

Museum geschlossen – Heineanum bleibt aktiv

Auch wenn die Museumstüren ab Oktober geschlossen sind, wird es rund um das Heineanum weiterhin Veranstaltungen geben. Museumspädagogische Angebote und Abendevents werden auch während der Umbauphase fortgeführt – allerdings außerhalb der Museumsmauern.

Das Heineanum mausert sich. Und bis zum Wiedersehen im Herbst 2027 mit seinem neuen Federkleid heißt es: dranbleiben, Veranstaltungen besuchen und gespannt sein. Voller Vorfreude auf das neue Heineanum.

 

© Stadt Halberstadt, 30.09.2026

Fotos: Pressestelle / Sabrina Krug

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