I, Robot – die Ozobots und ich …

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Als ich seinerzeit in meinem ersten Semester an der Uni einen Grundlagenkurs zum Programmieren belegen musste, war ich nicht unbedingt amüsiert. Ich fragte mich, was das solle, wofür ich das bei meiner Arbeit in einer Bibliothek jemals brauchen sollte und überhaupt: Ist Informatik nicht eigentlich was für Mathenerds? Sollte man mir nicht lieber ausgewählte Veranstaltungen zur Literatur(-geschichte) anbieten?
Völlig abgesehen davon, dass ich mit dieser Annahme absolut irrig lief, waren meine Vorbehalte schon nach dem ersten Kurs widerspruchslos eliminiert!

Als der kleine blaue Hamster die virtuelle Treppe hochlief und – meinen Befehlen entsprechend – die Körner aufhob oder ablegte und dann wieder eine Stufe erklomm, um wieder Körner zu fressen, wusste ich: Programmieren ist toll! Weil es Spaß macht! Wer gern programmieren lernt, kann gar kein Nerd sein!
Ich lasse an dieser Stelle unerwähnt, dass meine Programmier-Euphorie scheinbar an den Hamster-Simulator gekoppelt war, denn mit zunehmender Schwierigkeit und abnehmendem Verständnis war dann auch schon bald der Spaß dahin …
Aber der Punkt ist doch der: Wenn man es nur richtig anstellt, ist Informatik einfach mal klasse. Und was soll ich sagen: Ich brauchte in meinem bisherigen Berufsalltag öfter ein grobes Verständnis von Programmabläufen und informatischen Grundbegriffen als irgendwelche Jahreszahlen aus der Literaturgeschichte (die man ja auch jederzeit recherchieren könnte, wenn man sie denn bräuchte, was ja – wie bereits erwähnt – fast nie passiert).
Und nun findet der Nutzen meines zugegeben recht einfachen informatischen Grundwissens auch noch eine Anwendung, die ich mir so in meinem ersten Semester nie hätte vorstellen können: Mit Anschaffung der Ozobots durch die freundliche Unterstützung unseres Bibliotheksfördervereins und der Halberstädter Bürger Stiftung haben wir unser Veranstaltungsangebot im Informatikbereich tatsächlich auf eine neue Stufe gehoben.
Nun kann ich kleinen Robotern sagen (oder vielmehr aufzeichnen) wo sie langlaufen sollen und was sie da so alles machen sollen. Und sie gehorchen. Meistens. Ok, oft. Aber wenn nicht, dann nur, weil meine motorischen Fähigkeiten im Bereich „Zeichnen“ denen eines Vorschülers gleichen und die Ozobots eher ab Grundschule geeignet sind (ohne Altersgrenze nach oben) …
Aber wenn man ein ruhiges Händchen hat, machen die kleinen „Mini- R2D2s“ eigentlich jeden Quatsch mit: Sie fahren im Kreis, steuern festgelegte Ziele an, leuchten in der Farbe des Untergrundes, auf dem sie sich bewegen. Man braucht nur die richtigen Abläufe aufzeichnen und schon sieht es aus, als würden sie tanzen. Und dabei habe ich noch nicht mal die „Baustellenerweiterung“ ausprobiert, mit der man aus einem einfachen Ozobot einen Gabelstapler oder einen Bauarbeiter machen kann. Es gibt noch so viel Tolles zu entdecken und auszuprobieren.
Mir machen diese kleinen, fleißigen Roboterchen, die einfach nicht stillstehen (es sei denn, sie landen auf dem entsprechenden Farbcode), jedenfalls noch mehr Spaß als seinerzeit der kleine blaue Hamsterkopf.

Und wenn Sie sie auch einmal ausprobieren möchten, dann kommen Sie doch am 24.09.2019 ab 15 Uhr in die Bibliothek zum ungezwungen „Programmier-Ausprobieren“.

© Maria Schmidt E-Mail

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