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Die Altenburg

Altenburg in Langenstein
Altenburg in langenstein, Ortsteil von Halberstadt

Bischof Ulrich (1150-1180) von Halberstadt war der Initiator des Baues. Langenstein war neben Hornburg eine weitere Feste des Bistums. 1177 begann die erste Bauphase. Kaum begonnen, ließ Heinrich der Löwe mit seinen Verbündeten die Burganlage zerstören. Aber Ulrich ließ keine Ruhe und er zwang die Bauern der Umgebung zu erneuten Aufbau.

Erst im Frühjahr des Jahres 1178 konnte der Bau fortgesetzt werden.

1179 provozierte Ulrich von Hornburg aus, durch ständige Übergriffe auf Braunschweiger Gebiet, den Löwen, mit dem Ergebnis einer entsprechenden Gegenwehr durch die Braunschweiger und einer erneuten Zerstörung an der Burganlage.

 

1193 wurde die Burg von Bischof Diedrich und 1195 von Bischof Gardulf erneut ausgebessert. Die Glanztage der Burg waren danach. Urkunden, die auf der Burg ausgestellt wurden, weisen darauf hin, dass Bischof Friedrich I. die Burg als bischöfliches Schloss nutzen und hier residierte.

Die Burg wurde im Laufe der Geschichte gelegentlich als Pfand benutzt, so zum Beispiel 1316, als es einen Streit zwischen Bischof Albrecht und dem Erzbischof von Magdeburg gab.

1317 bestand nochmals die Gefahr der Zerstörung durch den Grafen Burchard von Mansfeld. Auf Fürsorge der Äbtissin von Helfta unterblieb diese Aktion.

1336 war Langenstein nochmals Schutz für den Bischof Albrecht II., der mit dem Falkensteiner in Fehde lag.

1644 Plünderung der Burg durch die Schweden.

1653 begann der Abriß der Burg. Zurück blieben nur ein paar Mauerreste und Höhlen. Diese Höhlen und die auf dem gegenüberliegenden Schäferberg haben für Langenstein eine außergewöhnliche Bedeutung.

Beschreibung der Altenburg

Die Altenburg war aller Wahrscheinlichkeit nach einmal eine Fluchtburg, die schon lange bevor es schriftliche Aufzeichnungen gab, danach schon im frühen Mittelalter, existierte. Fund von Töpfen und Scherbenresten lassen auf eine frühere Besiedlung schließen.

Ein weiterer Gesichtspunkt ist die Tatsache, dass es um den heutigen Standort Langenstein eine Vielzahl von dorfähnlichen Ansiedlungen gab, die im Laufe der Geschichte zu Wüstungen wurden. Es ist zu vermuten, dass ein Teil der ehemaligen Einwohner in Langenstein ansässig wurden.

Am Fuße der ehemaligen Burg befand sich der damalige Herrenhof, die heutige Schäferei, die den ältesten Teil des Dorfes darstellte. Später wurde der Gutshof errichtet. Es waren die Höfe am "langen Steine". Die fast 300 Meter lange Altenburg wurde vermutlich zu Beginn einer regulären Besiedlung von Cheruskern oder Hermunduren bewohnt.

Die Burg selbst war Sicherheitsgründen in drei Bereiche unterteilt, die jeweils durch einen Graben von 6 – 8 Metern Tiefe und 10 – 12 Metern Breite in ziemlich große Teile zerlegt war. Die einzelnen Abschnitte waren von der Größe her jeweils wie eine mittelalterliche Burg.

Für unser Gebiet erhielt die Burg erst wieder an Bedeutung, als Bischof Ulrich von Halberstadt die Anlage ausbauen ließ und sich somit einen Zufluchtsort schaffte. Seine größten Widersacher waren Heinrich der Löwe, mit seinen Burgen Regenstein, Blankenburg und Heimburg.

Beschreibung der Burganlage

Der Höhenzug, auf dem die Altenburg stand, zieht sich in Ost-West-Richtung ca. 300 Meter hin. Vom Osten zur Westseite fällt das Gelände allmählich, teils stufenförmig, ab. Zum Norden ist ein steil abfallendes Gelände, das genügend natürlichen Schutz bot. Auf der Südseite zieht sich ein gut ausgebauter Burggraben hin, der zur Burgseite noch durch eine Mauer abgesichert war.

Heute sieht man davon nur noch Bruchstücke, kann aber, wenn man vom Graben her die Betrachtung durchführt, ermessen, wie wehrhaft die Anlage einst gewesen ist. Die gesamte Burganlage war, wie schon erwähnt, in nahezu drei gleiche Teile durch Quergräben unterteilt. Diese boten noch zusätzliche Sicherheit. Die einzelnen Burgabschnitte haben auch ein unterschiedliches Höhenniveau. Von der Westseite der Burg führt ein Weg in den Fels geschlagen nach oben. Noch heute sind die Radspuren zu erkennen.

Die Versorgung der Burg erfolgte, indem man zweirädrige Karren mit Lebensmitteln und Wasser nach oben transportierte. An diesem Felsweg liegen die Höhlen, die noch im Einzelnen zu Beschreiben sind. Geht man den Weg aufwärts, ist auf der rechten Seite eine Höhle, die über eine in den Fels gehauene Treppe zu erreichen ist.

Wenn auch ein beträchtlicher Teil der Höhlendecke eingestürzt ist und ein weiterer Teil aus Sicherheitsgrünen abgesprengt werden musste, kann man die Räumlichkeiten noch gut erkennen.

Auf der linken Seite des Weges, ca. 30 Meter aufwärts, gibt es eine weitere Höhle, deren Ausgang einen Blick auf das Dorf und die darunterliegenden Häuser ermöglicht. Man hat von dort auch einen Blick auf das Westtor des Gutshofes. Ein kleines Stück höher liegt dann auf der rechten Seite die ehemalige Wohnhöhle. Ihr gegenüber ist eine kleine Fläche, die einst als Garten für die Höhlenbewohner genutzt wurde.

Heute hat man von dieser Stelle einen herrlichen Blick auf das darunterliegende Dorf, den Ortseingang und den gegenüberliegenden Park. Geht man den Weg weiter aufwärts, so kommen noch zwei weitere Höhlen auf der rechten Wegseite, die in ihren Ausmaßen den anderen in Nichts nachstehen. Auch sie haben in der Mitte einen starken Pfeiler, wie schon bei der Wohnhöhle beschrieben. Über diese Höhlen gibt es zurzeit noch keine weiteren Erkenntnisse, ob sie auch als Wohnhöhlen oder für andere Zwecke genutzt wurden.

Geht man nun noch ein Stück des Weges nach oben, so sieht man auf der rechten Seite eine wahllose Anhäufung von Felsen unterschiedlicher Größe. Diese Felsen bildeten zum Teil natürliche Höhlen, aber es wurden in der Vergangenheit auch noch weitere Höhlen hineingearbeitet. Die Felsen werden im Volksmund der Pastorenfelsen genannt, da sie teilweise an eine Kanzel erinnern. Viel mehr bleibt zu vermuten, dass diese Felsformation schon in der Frühgeschichte von Bedeutung war.

Der Bergrücken war zu der Zeit unbewaldet und man hatte einen guten Ausblick in die Umgebung. Möglicherweise war diese Stelle eine Altgermanische Kultstätte. Die Burganlage wird an dieser Stelle durch den ersten Quergraben von dem mittleren Burgteil getrennt. Ein kleiner Mauerrest an der Südseite des Grabens ist noch zu erkennen. Auch sind an der Kante zur mittleren Burg noch einige Mauerreste zu erkennen. Hier müsste man durch intensivere Nachforschungen eventuell noch weitere Reste freilegen.

Die mittlere Burg bildet eine verhältnismäßig ebene Fläche, die durch einen auf der Südseite gelegenen Hügel unterbrochen wird. Auf der Nordseite, ungefähr im mittleren Abschnitt gehen Stufen zu einer Höhle, die als technisches Denkmal anzusehen ist. Die Höhle wurde, wie schon erwähnt, nachdem ein Bassin hinein gebaut wurde, als Hochbehälter gepumpt. Von dort verteilt sich das Wasser auf die Gutsgehöfte, Schäferei und den großen Hof.

Weiter wurden das Schloss, der Bahnhof und einige Bauerngehöfte mit Wasser versorgt. Wenn auch die Anlage als solche nicht mehr genutzt wird, so ist doch das Bassin noch gut erhalten. Geht man auf der mittleren Fläche weiter bergan, gelangt man an einen weiteren Burggraben, dessen Ostseite aus steil ansteigenden Felsen besteht. Einige Höhlenähnliche Vertiefungen sind darin zu sehen. Auch hier finden wir zum Burggraben hin wieder ein Stück Mauerrest, der einen Rundbogen als Öffnung aufweist.

Von dort hat man einen guten Einblick in den Graben und kann ermessen, wie mühselig es war, den Fels zu durchbrechen. Ein Gang durch den Graben macht es noch deutlicher. Ein kleiner Aufstieg führt dann zum Plateau, auf dem einst das Burggebäude stand. Die höchste Erhebung der Burg findet man am Ostende. Hier befand sich auch der Bergfried, der durch einen Blitzschlag zerstört wurde. Nach Osten fällt die Burg steil ab, zu einem weiteren Quergraben hin. Danach schließt sich die sogenannte "kleine" Altenburg an. Von dieser höchsten Erhebung auf dem Burggelände hat man einen herrlichen Ausblick auf das Harzvorland. In nördlicher Richtung erstreckt sich der Huywald. Bei klarer Sicht erkennt man die Dörfer, die an seiner Südseite liegen, wie Farbtupfen.

Von dort in östlicher Richtung sieht man die Silhouette Halberstadts mit den markanten Kirchtürmen des Doms und der Martinikirche. Es schließen sich die Spiegels- und Thekenberge mit dem "Gläsernen Mönche" an. Blickt man nun von der Altenburg nach Osten, dann erhebt sich dort der Hoppelberg, die höchste Ergebung im Harzvorland mit 309 Metern. Südlich davon ist bei guter Sicht sogar der Hexentanzplatz zu erkennen. Südlich vom Standort liegt vor dem Harzberg das dunkle Massiv des Regensteins. In westlicher Richtung erblickt man den Brockengipfel mit seinen Aufbauten. Ein herrlicher Rundblick entschädigt für eventuelle Mühen durch den Aufstieg. Nicht unbeachtet lassen sollte man den Blick auf das Dorf und den Park, der zu jeder Jahreszeit seine Reize hat.

© Jeannette Schroeder E-Mail

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