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BCKategorie 21.09.2015 09:27:53 Uhr | städtisches Museum

Spuren mittelalterlicher Geschichte

Domtür um 1500 ausgestellt im Städtischen Museum Halberstadt [(c): Städtisches Museum Halberstadt]

Aus welcher Richtung sie auch kommen, die Silhouette der alten Bischofsstadt mit ihren zahlreichen Kirchenbauten beeindruckt immer wieder aufs Neue. Seit dem frühen Mittelalter, wirtschaftlicher und kultureller Mittelpunkt im nördlichen Harzvorland, blickt Halberstadt auf eine über 1200 Jahre alte Geschichte zurück.

Woher die ersten Handwerker und Kaufleute kamen, die sich im 11. Jahrhundert südöstlich der Domburg niederließen, ist nicht bekannt. Da sie jedoch auch Wiesen und Weiden besaßen, kann von einer Siedlung mit landwirtschaftlichen Zügen ausgegangen werden. Aus diesem Grund finden sich im gesamten Mittelalter in Halberstadt vor allem Gewerbe, die mit der Verarbeitung der landwirtschaftlichen Rohmaterialien beschäftigt waren.

Die Bischöfe interessierten sich speziell für die Handelsbeziehungen und förderten diese, so dass sich die bäuerliche Siedlung bald zu einer Marktgemeinde entwickelte. Im 12. Jahrhundert nimmt die soziale Differenzierung weiter zu. Neben Kaufleuten werden nun auch gesondert Gewerbetreibende, speziell im Lebensmittelbereich, wie Fleischer und Bäcker, sowie Handwerker aufgeführt.

Erste gewerbliche Genossenschaften bildeten sich im 13. Jahrhundert. Die Stadt wuchs, die Bevölkerung wurde zahlreicher. Es gab nicht mehr nur einen Handwerker, der ein bestimmtes Gewerbe ausübte. Zur gemeinsamen Interessenvertretung schlossen sich die einzelnen Gewerke zu sogenannten "Ämtern" zusammen. Diese gipfelten im 13. Jahrhundert in der Bildung der Zünfte. Auf der anderen Seite existierten die "mercantoris", die Kaufleute. Die Kaufmannsgilden standen im schroffen Gegensatz zu den Zünften der Handwerker. Ihre Mitglieder befassten sich ausschließlich mit dem Handel von Gütern. Schon 1036 finden diese Gilden Erwähnung in einer Besitzurkunde Bischof Burchard I.

Seit der Karolinger Zeit bis zum Westfälischen Frieden Sitz eines selbständigen Bistums war die Stadt besonders im Mittelalter eng mit den Geschicken des Reiches verbunden. Ausgehend vom Domberg, der Domburg, dem Sitz des Bischofs, vergrößerte sich die Stadt rasch. Mittelalterliches ist in der Stadt auch heute noch vielerorts zu finden. Die Historie dieser Epoche hat zahlreiche Spuren hinterlassen.

 

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