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Fazit zum Winterdienst und was zukünftig besser werden soll

[(c): Stadtmarketing/Öffentlichkeitsarbeit]

Uns allen wird der Wintereinbruch Anfang Februar 2021 wohl lange in Erinnerung bleiben. Innerhalb kürzester Zeit fielen in und um Halberstadt gut 40 cm Neuschnee.

Die Stadtverwaltung und die STALA mussten in puncto Winterdienst zum Teil herbe Kritik einstecken. Um beim nächsten Wintereinbruch mit großen Schneemengen besser gewappnet zu sein, wurde diese Kritik aufgearbeitet.

Oberbürgermeister Daniel Szarata berief vergangenen Montag eine Auswertungsrunde mit den wichtigsten Akteuren ein.

Offen, ehrlich und manchmal schonungslos wurden dabei die Schwächen der vergangenen Winterdiensteinsätze identifiziert, um anschließend Lösungen und Kommunikationswege festzulegen.

Im Wesentlichen wurden folgende Regelungen für die Zukunft festgehalten:

  • Die Abstimmungswege zwischen dem Winterdienst-Einsatzleiter und der Stadtverwaltung wurden optimiert. Ab sofort genügt eine kurze, telefonische Freigabe von der Stadt, damit der Winterdienst-Einsatzleiter zusätzliche Leistungen, wie zum Beispiel den Einsatz von Fremdfirmen, beauftragen kann. Diese Neuerung wird im jährlichen Räum- und Streuplan festgehalten.
  • Zudem erhält der Winterdienst-Einsatzleiter einen größeren Handlungsspielraum bei der Entscheidung des Streumaterials. Der letzte Wintereinbruch hat gezeigt, dass zu lange mit dem Salzstreuen gewartet worden ist und der Schnee somit ungleich schwerer von den Straßen zu bekommen war. Muss Salz eingesetzt werden, verfügt der STALA seit dieser Saison über einen sogenannten Solestreuer. Er kommt vorrangig bei Temperaturen bis -5°C und bei Glatteis bzw. Reifglätte zum Einsatz. Vorteile der Sole sind die geringere Salzkonzentration (also umweltfreundlicher), ein gleichmäßiger Auftrag auf der Straße und der Fakt, dass sie nicht vom Wind weggeweht werden kann.
  • Weiterhin werden künftig Formationsfahrten von zwei Räumfahrzeugen nebeneinander in größeren Straßen bereits ab 2 Uhr nachts (nicht erst wie bisher ab 3 Uhr) geplant, um bei starkem Schneefall eine bestmögliche Straßenbreite aufrechtzuerhalten.
  • Anhand der aktuellen Liste von Fremdfirmen, die im Rahmen des letzten Wintereinbruchs mit Räumungsarbeiten betraut worden sind, wird nun eine Abfrage vorbereitet, wer zukünftig zu welchen Konditionen und mit welcher Technik bereitstehen würde. Im Anschluss werden Standards festgelegt und Verträge ausgehandelt, so dass zukünftig sehr kurzfristig bei Bedarf Fremdfirmen für den Winterdienst beauftragt werden können.
  • Für die Ortsteile wird die Stadtverwaltung Absprachen mit ortsansässigen Bauern treffen, die bei extremen Wetterlagen ebenfalls kurzfristig unterstützen können. Außerdem wird mit den Ortsbürgermeistern und Ortschaftsräten beraten, inwieweit der Einsatz von Streusalz oder anderen abstumpfenden Materialien auf den Straßen der Ortsteile ermöglicht werden kann.
  • Für eine verbesserte Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit wird es bei extremen Wetterlagen 3 x täglich eine Telefonkonferenz unter den wichtigsten Akteuren geben, damit Bürger*innen, Pressevertreter*innen und Unternehmen möglichst zeitnah alle relevanten Informationen erhalten. Zusätzlich wird im Bedarfsfall kurzfristig eine Aufstockung des Personals am Bürgertelefon erfolgen.
  • Dass es im Stadtgebiet Haltestellen des ÖPNV gibt, deren Beräumung in der Pflicht der anliegenden Eigentümer liegt, sorgte bei einigen Halberstädtern für Unverständnis. Obwohl diese Regelung in Straßenreinigungssatzungen durchaus üblich ist, versprach Oberbürgermeister Daniel Szarata eine Überprüfung. „Wir werden den Sachverhalt nun auf seine Kosten prüfen. Wenn wir wissen, was es uns als Stadt kostet, die betreffenden Haltestellen vom STALA mit räumen zu lassen, werden wir diese Erkenntnisse in Form einer Beschlussvorlage zur Änderung der Straßenreinigungssatzung zur Entscheidung an den Stadtrat geben“, erläutert Daniel Szarata die nächsten Schritte.
  • Die extreme Wetterlage hat uns auch einige technische Schwächen bei den Winterdienst-Fahrzeugen aufgezeigt. Beispielsweise haben viele ältere Modelle keinen Allradantrieb oder die Beschaffung von Ersatzteilen gestaltet sich schwierig. Ein Ersatz der alten oder defekten Technik ist aufgrund der finanziellen Situation in diesem Haushaltsjahr nicht möglich. Zur kurzfristigen Lösung dieses Problems wird die Anmietung von Winterdiensttechnik erfolgen. Dazu findet im Moment die Preisabfrage statt. Ziel ist es, bis spätestens Ende Mai ein Konzept zu erarbeiten, so dass wir auf den nächsten Wintereinbruch bestmöglich vorbereitet sein werden.
  • Und auch wenn der ein oder andere in Halberstädter Wohngebieten das Gefühl hatte, beim Winterdienst vergessen worden zu sein, können wir nur um Verständnis bitten. Die Räumpflicht bedeutet für eine Kommune eine Abarbeitung nach Dringlichkeitsstufen.
    Während beispielsweise Haupt- und Zubringerstraßen der Dringlichkeitsstufe 1 zugeordnet sind, folgen Nebenstraßen einschließlich Radwegen und Gehwegen vor städtischen Grundstücken sowie Parkplätze in der Dringlichkeitsstufe 2.
    In Stufe 3 werden schließlich Wohngebietsstraßen und die wenig befahrenen Stadtrandgebiete geräumt. Bei so starkem Schneefall wie Anfang Februar müssen die Straßen und Wege der Stufen 1 und 2 teilweise mehrfach abgefahren werden, bevor die Räumfahrzeuge in den Wohngebieten (Stufe 3) arbeiten können. Durch die neue Regelung, dass Fremdfirmen zukünftig schneller zur Unterstützung beauftragt werden können, werden auch die Wohngebietsstraßen bei starkem Schneefall schneller geräumt werden können. An dieser Stelle möchten wir die Bewohner enger Straßen darauf hinweisen, dass sie beim nächsten Wintereinbruch den Schnee bitte nicht auf die Straße schieben, sondern auf ihrem Grundstück lagern. So wird die Arbeit der Räumfahrzeuge sehr erleichtert und die Straßenbreite kann bestmöglich erhalten bleiben.

Letztlich bleibt zu sagen, dass die Stadt von vielen Seiten Unterstützung erfahren hat. So haben beispielsweise zwei Halberstädter Wohnungsunternehmen, die  HaWoGe und die WGH, spontan zusätzliche Plätze zur Ablagerung der Schneemassen zur Verfügung gestellt. Und ob Feuerwehr, THW, Bauern, Halberstädter Firmen oder auch freiwillige Einzelpersonen, sie alle haben angepackt und dafür wollen wir noch einmal ausdrücklich Danke sagen!


Stadtverwaltung Halberstadt/Pressestelle/12.03.2021

© Jeannette Schroeder E-Mail

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