Veranstaltung zum Internationalen Tag der Provenienzforschung am 8. April im Städtischen Museum

„Der 8. April 1945 und die Nachkriegszeit in Halberstadt aus der Sicht der Familie Heine“

Das Städtische Museum lädt am Mittwoch, dem 8. April, um 15:00 Uhr zu der Veranstaltung „Der 8. April 1945 und die Nachkriegszeit in Halberstadt aus der Sicht der Familie Heine“ in den Veranstaltungsraum des Städtischen Museums Halberstadt, Domplatz 36, ein.

Die Frage nach der Herkunft von Museumsobjekten ist entscheidend, um ihre Bedeutung im historischen Kontext zu verstehen und die Geschichten hinter den Exponaten sichtbar zu machen. 

Da der Internationale Tag der Provenienzforschung in diesem Jahr auf den 8. April fällt, jenen Tag, an dem die Halberstädterinnen und Halberstädter der Zerstörung ihrer Stadt am Ende des Zweiten Weltkriegs gedenken, rücken die Provenienzforscherinnen des Städtischen Museums jene Sammlungsobjekte in den Mittelpunkt, deren Hintergrundgeschichten beide Themen auf besondere Weise verbinden.

Im Fokus stehen die im Museum aufgefundenen Objekte der Kaufmannsfamilie Heine sowie die Erinnerungen der Familienmitglieder an Krieg, Zerstörung und die Nachkriegszeit, einschließlich ihrer eigenen Fluchterfahrungen aus der DDR.

„Niemand, der den 8. April 1945 in Halberstadt erlebte, wird dieses Datum aus seinem Gedächtnis streichen können.“ Mit diesen Worten beginnt Karl Heinrich Heine (1909–1996) sein 1981 erschienenes Buch „Damals in Halberstadt. Die Schicksale einer demokratischen Familie von 1800 bis 1950“. Er und seine Brüder Gerhart und Achim entstammten einer alteingesessenen Hutmacher- und Politikerfamilie, die die Zerstörung Halberstadts und ihres Geschäfts am Hohen Weg am Ende des Zweiten Weltkriegs unmittelbar miterleben musste.

In der Nachkriegszeit bemühten sich die Familienmitglieder, ihr Leben als Unternehmer und Politiker neu aufzubauen. 1951 bzw. 1953 verließen sie schließlich die junge DDR und führten ihre Geschäfte als Heine-Versandhandel in Karlsruhe weiter, der seit 1976 zur Otto-Gruppe gehört. Der Kontakt nach Halberstadt blieb trotz deutscher Teilung bestehen. Für seine Verdienste um die Rettung des Gleimhauses am 8. April 1945 erhielt Karl Heinrich Heine 1995 den Silbernen Roland.

Museumsdirektorin Dr. Antje J. Gornig und Provenienzforscherin Dr. Claudia Brandt lassen an diesem Nachmittag die Protagonisten und die zurückgelassenen Objekte selbst sprechen. Sie beleuchten das Familienschicksal sowie die Beweggründe für die Republikflucht und lesen dazu Passagen aus Karl Heinrich Heines Buch „Damals in Halberstadt“, insbesondere zum 8. April 1945 und den Jahren danach.

Im Anschluss an den Vortrag wird im Museumsfoyer bei Kaffee und Gebäck eine Vitrine mit Exponaten zur Familie Heine eröffnet. Die Präsentation ist bis zum 10. Mai 2026 zu sehen.

Der Eintritt ist an diesem Tag kostenfrei.

Da die Platzkapazitäten begrenzt sind, wird um Anmeldung per E-Mail: aufsicht@halberstadt.de oder Telefon: 03941 551474 gebeten.

Fotos: 

01: Hutgeschäft der Familie Heine am Hohen Weg 21, Städtisches Museum Halberstadt.

02: Luftaufnahme mit Blick auf Martinikirche, Hohen Weg, Schmiedestraße, Domplatz und Holzmarkt vor 1945, Städtisches Museum Halberstadt.

03: Der Hohe Weg nach der Zerstörung Richtung Nordwest mit Burgtreppe, Städtisches Museum Halberstadt.

04: Übernahme-Protokoll vom 23.06.1953, Städtisches Museum Halberstadt.

05: Im Geschäft der Heines zurückgelassener Stahlstich „Burg Falkenstein im Harz“ von Edward Goodall nach Robert Batty, 1827, 252 × 202 mm, Städtisches Museum Halberstadt.

06: Vorauswahl Schuhverkaufsstelle am Breiten Weg, ehemals Geschäft Heine, nach 1953, Städtisches Museum Halberstadt.

© Stadt Halberstadt, 23.03.2026

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