Kita Sonnenschein als Kinderrechte-Kita ausgezeichnet
Erste zertifizierte Kinderrechte-Kita in Sachsen-Anhalt feiert besondere Auszeichnung mit großem Zirkusfest
Was für ein besonderer Tag für die städtische Kita „Sonnenschein“: Die Einrichtung ist am gestrigen Freitag offiziell als Kinderrechte-Kita des Deutschen Kinderhilfswerkes ausgezeichnet worden. Das musste groß gefeiert werden. Und zwar mit einem bunten Zirkusfest, bei dem die Kinder selbst zu kleinen Artistinnen und Artisten wurden.
Die Kita Sonnenschein ist damit die erste zertifizierte Kinderrechte-Kita in Sachsen-Anhalt und bundesweit die fünfte Kindertageseinrichtung, die diese Auszeichnung des Deutschen Kinderhilfswerkes erhalten hat.
Gemeinsam mit Kita-Leiterin Anja Fichtner, Kindern, Familien und weiteren Gästen feierte die Einrichtung diesen besonderen Meilenstein. Auch Halberstadts Oberbürgermeister Daniel Szarata nahm an der Festveranstaltung teil und würdigte in seinem Grußwort das Engagement der Kita für die Rechte und die Beteiligung von Kindern.
„Heute dürfen wir zu Recht stolz sein: Die Auszeichnung als Kinderrechte-Kita ist eine großartige Anerkennung für das Team der Kita Sonnenschein, das mit großem Engagement gezeigt hat, wie Kinderrechte im täglichen Miteinander gelebt werden können. Ich freue mich sehr, dass die Kita Sonnenschein als erste Einrichtung in Sachsen-Anhalt dieses besondere Zertifikat erhalten hat. Mein herzlicher Dank gilt allen, die diesen Entwicklungsprozess mit so viel Herzblut begleitet und dazu beigetragen haben, dass Kinderrechte im Alltag der Kita sichtbar und erlebbar sind. Für mich ist das ein wichtiges Signal: In Halberstadt sollen sich Kinder und Familien wohlfühlen, gehört und ernst genommen werden. Die Auszeichnung der Kita Sonnenschein ist auch ein weiterer Beleg dafür, dass unsere Stadt Familienfreundlichkeit mit Leben füllt“, betonte Szarata.
Der Auszeichnung war ein intensiver Entwicklungsprozess vorausgegangen. Das Team der Kita Sonnenschein hatte unter Leitung von Anja Fichtner einen umfassenden Maßnahmenplan umgesetzt. Dazu gehörten Fortbildungen für die pädagogischen Fachkräfte ebenso wie neue Formen der Beteiligung der Kinder, verschiedene Projekte und die Öffentlichkeitsarbeit rund um das Thema Kinderrechte. Ziel war und ist es, Kinderrechte nicht nur zu vermitteln, sondern sie im täglichen Miteinander der Einrichtung tatsächlich erlebbar zu machen.
Eine besondere Rolle spielen dabei die drei zentralen Säulen Schutz-, Beteiligungs- und Förderrechte. Mit verschiedenen Angeboten werden die Kinder darin bestärkt, ihre eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen, ihre Meinung zu äußern und sich an Entscheidungen zu beteiligen. Dazu gehört beispielsweise die sogenannte „Motzmauer“, über die Kinder zum Ausdruck bringen können, was ihnen nicht gefällt oder was sie verändern möchten. Auch Besuchshund Robby begleitet die Kinder als „Kinderrechte-Helfer“ und ermöglicht ihnen einen spielerischen Zugang zu Themen wie Empathie, Gefühle, Bedürfnisse und Kinderrechte.
„Es ist wichtig, dass die Kinder wissen: ‚Ich habe Rechte und meine Meinung ist wichtig.‘ Wir unterstützen die Kinder dabei, selbstbewusst zu werden, ihre Meinung zu sagen und die Meinungen der anderen zu respektieren“, erklärte Kita-Leiterin Anja Fichtner. Die Kinderrechte sollen auch nach der Zertifizierung regelmäßig mit den Kindern besprochen und im Kita-Alltag sichtbar gemacht werden. Zudem sollen weitere Möglichkeiten geschaffen werden, bei denen die Mädchen und Jungen mitreden, mitentscheiden und Verantwortung übernehmen können.
Die Zertifizierung erfolgte im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Projektes „Kinderrechte-Landschaften“. Mit dem Siegel würdigt das Deutsche Kinderhilfswerk Kindertageseinrichtungen, die sich in besonderer Weise für Kinderrechte engagieren und im Rahmen des Projektes sowohl eine Qualifizierung als auch eine fachliche Begleitung erhalten haben. Die Auszeichnung bildet dabei keinen Schlusspunkt: Die Verwirklichung der Kinderrechte im Bildungsalltag ist ein fortlaufender Prozess.
Auch über die Kita hinaus wird das Thema in Halberstadt weitergeführt. Gemeinsam mit der zertifizierten Kinderrechte-Grundschule Freiherr Spiegel und der Stadt Halberstadt soll in den kommenden Monaten ein „Kinderrechte-Pfad“ entstehen. Dieser soll die Bekanntheit der Kinderrechte stärken und ihnen im Stadtbild von Halberstadt mehr Sichtbarkeit verleihen.
Für die Kinder wurde die Zertifikatsübergabe zugleich zu einem ganz besonderen Erlebnis. Im Rahmen einer Zirkus-Projektwoche hatten sie sich auf ihren großen Auftritt vorbereitet. Bei der Festveranstaltung zeigten die kleinen Artistinnen und Artisten schließlich, was sie gelernt hatten, und sorgten mit ihrer Zirkusvorführung für einen fröhlichen und passenden Rahmen der feierlichen Auszeichnung.
Die feierliche Krönung der Feierlichkeiten mit der Übergabe der offiziellen Plakette steht noch aus: Die Vertreterinnen und Vertreter des Deutschen Kinderhilfswerkes werden die Kita Sonnenschein zeitnah besuchen und das Siegel zur Auszeichnung übergeben. Damit wird die Zertifizierung künftig auch am Gebäude sichtbar sein. Und selbstverständlich soll auch dieser Termin gebührend gefeiert werden: Wenn die Plakette offiziell übergeben wird, soll erneut eine große Konfettirakete gezündet werden.
Halberstadt. Ganz kinderfreundlich
© Stadt Halberstadt, 05.10.2026
Fotos: Pressestelle / Sabrina Krug
