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Viel mehr als Helfer in der Not

Darum ist Feuerwehr Ströbeck eine wichtige Säule im dörflichen Leben / Jubiläum als Fest für Familien

[(c): Gerald Eggert, Volksstimme]

125 Jahre. So lange existiert  die Feuerwehr im Schachdorf Ströbeck bereits.
Beim Jubiläumsfest standen jedoch nicht nur Gratulationen an, sondern auch mahnende Worte.

Wer auf eine 125-jährige Geschichte zurückblicken kann, muss es mit den Monaten nicht ganz so genau nehmen. Denn eigentlich, so weist es die Chronik aus, wurde die Feuerwehr in Ströbeck bereits am 29. Mai 1894 gegründet.



Dieses Datum liegt zwar schon eine Weile zurück – doch das tat dem Besucherstrom bei der verspäteten Jubiläumsfeier keinen Abbruch. Die Floriansjünger des Schachdorfes hatten nun Bürger, befreundete Wehren und Gäste an ihr Gerätehaus zu einer Party für die ganze Familie eingeladen. Diese eröffnete André Loeffke nach dem musikalischen Auftritt der Mädchen und Jungen aus der Kita „Sonnenschein“.
Der Ortswehrleiter gab zunächst einen kurzen Einblick in die Geschichte der Wehr. Er erinnerte daran, welch große Bedeutung sie schon immer hatte und bis heute hat. Denn neben dem Retten, Löschen, Bergen und Schützen als ihre Hauptaufgaben sei sie auch ein „ganz wichtiger Faktor“ für ein lebendiges Dorfleben. Aktuell sind es zwei Frauen und 18 Männer, die in ihrer Freizeit bei Dienstabenden und Übungsstunden zusammenkommen, die bei Ernstfällen eine hohe Einsatzbereitschaft, Zuverlässigkeit, Teamarbeit und Kameradschaft unter Beweis stellen, berichtet Loeffke.
Auf sie sei jederzeit Verlass. „Freiwillig und ehrenamtlich leisten sie wichtigen Dienst an der Gesellschaft, verbinden Tradition und Zukunft und stellen sich immer neuen Aufgaben.“
André Loeffke dankte ihnen dafür und sprach die Hoffnung aus, dass es auch künftig genügend Ehrenamtliche gibt, die Tag und Nacht in Notfällen zur Verfügung stehen. In dem Zusammenhang lobte er „die sehr positive Entwicklung“: Vor einem Jahr ist eine Kinder- und Jugendfeuerwehr gegründet worden, die bereits acht aktive hat.

Freiwillige Feuerwehren, die seit 125 Jahren bestehen, gebe es nicht viele, betonte Kreisbrandmeister Kai-Uwe Lohse in seiner Ansprache. Auch er verwies darauf, dass es Ehrenamtliche wie die in Ströbeck seien, die seit dem Bestehen ihrer Wehr ein großes Stück Lebensqualität im Dorf garantieren.
Nachdem er eine Ehrenurkunde des Landrates übergeben hatte, wandte sich Ministerialrat Lutz-Georg Berkling an die Jubilare. Im Auftrag von Minister Holger Stahlknecht (CDU) würdigte er die Leistungen aller Kameradinnen und Kameraden der Ströbecker Feuerwehr und dankte für deren Einsatzbereitschaft. Der Innenminister verbinde damit die Hoffnung, dass sich auch künftig ausreichend Frauen, Männer und Jugendliche finden, die „mit Einsatzwillen und Engagement“ in ihrer freiwilligen Feuerwehr zum Wohle der Gemeinschaft tätig sein werden. „Möge sich der Dienst auf das Vorbeugen und Üben beschränken und der Einsatz die Ausnahme darstellen. Bleiben Sie Ihrer Feuerwehr treu, denn Sie sind die wichtigste Stütze für ein leistungsfähiges Gefahrenabwehr- und Hilfeleistungssystem in unserem Land“, hieß es in dem Grußschreiben weiter. Alexander Beck und Claudia Stenschke vom Kreisfeuerwehrverband Harz dankten der Stadt Halberstadt dafür, dass sie zur Wehr in dem Ortsteil stehe und nannte unter anderem das 2014 eingeweihte Gerätehaus als Beleg dafür.

Landtagsabgeordneter Daniel Szarata (CDU) dankte nicht nur den Frauen und Männern der Ortswehr, sondern auch deren Familien als „eine wichtige Stütze der ehrenamtlichen Arbeit ihrer Angehörigen, auf die sie so manche Stunde verzichten müssen“. „Ihr habt nicht wie andere Termine im Kalender stehen“, schloss sich Ortsbürgermeister Jens Müller (SPD) an, „Ihr habt einen Pieper. Und der ruft Euch unverhofft zum Einsatz. Egal, ob nach einem langen Arbeitstag, in der Nacht oder am Wochenende.“ Er zollte den Einsatzkräften größten Respekt: „Auf Euch kann man sich verlassen. Wenn es brennt, seid Ihr da.“ Halberstadts Oberbürgermeister Andreas Henke (Linke) traf von der fast zeitgleichen Eröffnung des Tier-Park-Festes in den Spiegelsbergen kommend mit Verspätung ein. Er nannte die Wehr einen Garant für Brandbekämpfung, schnelle Hilfeleistung und Rettung im Ernstfall. Neben beruflichen Belastungen würden die Kameradinnen und Kameraden in ihrer Freizeit für die Sicherheit ihrer Mitmenschen sorgen, sagte Henke und übergab eine Geldzuwendung.
Mit Verspätung kam auch die Halberstädter Ortswehr an. Allerdings hatte sie sich schon vor den Toren Ströbecks befunden, als zwei Einsätze ihre Umkehr erforderten. Als sie dann schließlich doch nach am Ströbecker Gerätehaus ankam, demonstrierte das Team von Ortswehrleiter Martin Schulz vor großem Publikum, wie ein Verletzter nach einem Unfall aus einem Pkw befreit wird. Für die gelungene Übung gab es verdienten Beifall.
Zum Ausklang des Programms saßen die Erwachsenen auf dem Hof beisammen, während die Kinder die von der Jugendfeuerwehr betreuten Spielangebote nutzten, sich vom Halberstädter Feuerwehrmann Chris Buchold mit dem Löschtrabi ums Karree fahren ließen und an der Schnitzeljagd beteiligten. Bis in den späten Abend wurde am Gerätehaus ein kurzweiliges Fest gefeiert mit Disco und Livemusik von der Band Fimmrock.

Bildunterschrift: Bei einer Übung demonstrierten Kameraden der Halberstädter Feuerwehr beim Jubiläumsfest in Ströbeck die Befreiung einer verletzten Person aus einem verunfallten Pkw.

Text/Foto: Gerald Eggert

Quelle: Volksstimme/ Halberstädter Tageblatt

© Anja König E-Mail

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