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Reste der historischen Schuhhoffassade am Städtischen Museum komplettiert

[(c): ©Stadt Halberstadt/Städtisches Museum]

Um trotz fehlender Ausfinanzierung und Personalknappheit zusätzliche Projekte zu verwirklichen und so weiterhin attraktiv zu bleiben, arbeitet das Städtische Museum Halberstadt intensiv mit verschiedenen Bildungsträgern in Halberstadt zusammen.

Einer dieser langjährigen Projektpartner sind die Werkstätten der AFU GmbH (Ausbildung-Fortbildung-Umschulung) in Halberstadt.


Das private Bildungsinstitut versucht seit 1994 durch Schulungen in Theorie und Praxis die Integration Ihrer Teilnehmer in den ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen. In den Kreativwerkstätten der AFU werden vorwiegend Gegenstände aus Holz und Textilien für soziale und gemeinnützige Einrichtungen angefertigt oder repariert.

Das Städtische Museum konnte nun ein weiteres Kooperationsprojekt mit der Schnitzwerkstatt der AFU abschließen und mit den dort erstellten Repliken von drei Heiligenfiguren die Außenfassade des Spiegelpalais am Domplatz 36 wieder vervollständigen.

Die Figuren in Form von Fachwerkkonsolen, Knaggen genannt, stellen drei Heilige dar: Bartholomäus, Patron der Schuhmacher, Joachim, Patron der Gerber; und Jacobus den Älteren, Patron der Pilger und Hutmacher. Mit vielen solcher Heiligenfiguren war ursprünglich die komplette Fassade des sogenannten Schuhhofs geschmückt, dem Gildehaus der lederverarbeitenden Gewerbe Halberstadt ehemals Ecke Schuhstraße/Breiter Weg. Seit der Brandzerstörung 1903 ist ein Teil der Fachwerkfassade an der Ostfassade des Städtischen Museums angebracht. Nach einem Diebstahl einer solchen Figur vom Museumshof in den 1990er Jahren wurden jedoch die Originalfiguren abmontiert und im Museum eingelagert.

Um die Fachwerkwand wieder dem Originalzustand anzunähern, sind in der Schnitzwerkstatt der AFU, namentlich von Oleg Ginetschko, Alexej Ehrenhardt und Viktor Wiebe, Repliken aus Eichenholz historischer Fachwerkbalken erstellt worden. Somit kann ein Teil Alt-Halberstadts auf dem Museumshof wieder in alter Pracht bewundert werden. Finanziert wurde dieses kreative und schöne Projekt durch die Kommunale Beschäftigungsagentur Jobcenter Landkreis Harz – kurz KoBa Harz.

© Erik Hans Herrmann Meichler E-Mail

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