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Gleimhaus mit digitalen Legosteinen erweitert

[(c): Gleimhaus]

Endlich hat das Gleimhaus einen weiteren Erweiterungsbau – eine virtuelle Zwischenwelt. Eine Gruppe Halberstädter Jugendlicher hat unter der Leitung einer Kulturvermittlerin und eines Medienpädagogen „CospacesGleimhaus“ kreiert. Es handelt sich nicht um eine digitale Reproduktion des Gleimhauses, keinen bloßen digitalen Zwilling. Vielmehr wurden hier virtuelle Räume zu wichtigen Themen erschaffen, in denen sich die Zeit der Aufklärung mit unserer Gegenwart berührt und Spiel mit Information verbunden ist. Die Räume regen an zur Reflexion über die Themen Geschichte/Gegenwart/Zukunft; Freundschaft/Liebe/Beziehung; Informationsaustausch; Freizeit/Bildung/Lebenssinn.


Weniger der Dichter, Sammler und Freundschaftsapostel Johann Wilhelm Ludwig Gleim wird in dieser Zwischenwelt präsentiert, wie im traditionsreichen Gleimhaus neben dem Halberstädter Dom, sondern Aspekte des Denkens und Fühlens und der gesellschaftlichen Entwicklung, wie sie in den Sammlungen des Gleimhauses dokumentiert sind und die heute noch so relevant sind wie im 18. Jahrhundert.


Corona brachte Beschränkungen mit sich, aber auch neue Möglichkeiten. Auf viele digitale Angebote werden wir künftig nicht mehr verzichten wollen, nicht nur weil sie uns Wege ersparen, sondern auch wegen dem Reiz vieler digitaler Formate. Wo im traditionellen Museum alles in Vitrinen verschlossen, mit Lichtschranken und Kordeln abgesperrt ist und Ausstellungen von Museumsmitarbeitern realisiert werden und dann unveränderlich sind, können digitale Museumsräume von digitalen Besuchern selbst gestaltet und ständig ergänzt werden.


Vor allem aber sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt, wenn mit dem Programm „Cospaces“ eine Art unerschöpflicher digitaler Legokasten zur Verfügung steht. So hat es der Besucher der Gleim-Zwischen-Welt, in der die Präsentation der Themen teilweise in ein Spiel oder eine Geschichte eingebettet ist, auch einmal mit einem seine Umwelt terrorisierenden Gleim-Fanatiker als Gegenspieler zu tun.


Der Entstehungsprozess des Projekts verlief vollständig digital durch Videokonferenzen. Das Team bestand aus der Schülerin Annabel Oelmann, den Schülern Magnus Harloff, Max Büber und Augustin Lacher, dem Informatiker und Medienpädagoge Daniel Autenrieth (Ludwigsburg) und der Kulturvermittlerin Berit Elfbin Lacher. Es wurde ermöglicht durch eine Förderung der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten e.V. aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Die digitalen Besucherinnen und Besucher können in der Zwischenwelt wandeln, den Objekten und Themen auf neue Weise begegnen, sie mit eigenen Gedanken verknüpfen, positionieren, bespielen. Die Gleim-Zwischen-Welt kann unter der Adresse https://edu.cospaces.io/XGZ-ACA jederzeit individuell oder auch von Gruppen besucht werden. Zu vereinbarten Terminen kann sie gemeinsam mit einem Moderator des Gleimhauses in mehrstündigen oder auch mehrtägigen digitalen Workshops weitergestaltet werden. Anmeldung werden unter gleimhaus@halberstadt.de entgegengenommen.

Bildunterschriften (Veröffentlichung genehmigungsfrei bei Berichterstattung): Das Team
„CospacesGleimhaus“ und Szenen aus den vier Themenwelten (Foto: Gleimhaus)

© Lena Drewes E-Mail

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