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Digitale Ausstellungseröffnung im Gleimhaus: „Wunderbare Geschichten des Freiherrn von Münchhausen. Text – Bild – Kuriositäten“

[(c): Gleimhaus]

Leider vorerst nur digital: Die in diesem Jahr mehrfach verschobene Eröffnung der Sonderausstellung „Wunderbare Geschichten des Freiherrn von Münchhausen. Text – Bild – Kuriositäten“ findet nun am 22. 12. 2020 um 10.00 Uhr virtuell statt. Per Video ist auf der Homepage www.gleimhaus.de  sowie auf dem Youtube-Kanal des Gleimhauses von diesem ‚Eröffnungsmoment‘ an ein kurzer Rundgang durch die Ausstellung zu erleben, in dem die Entstehung der Münchhausen-Geschichten und ihre Bedeutung erläutert werden. Die „wunderbaren Geschichten“, so betont die Gleimhaus-Direktorin Dr. Ute Pott, sind nicht einfach „Lügengeschichten“ – es steckt mehr dahinter. Das ist in der Ausstellung zu erfahren, die bis zum 5. April 2021 im Gleimhaus gezeigt wird.

Die digitalen Angebote beziehen sich auf Videos und Video-Konferenzen. Doch bleibt zu hoffen, dass das Gleimhaus bald wieder seine reale Tür öffnen darf.

Wer kennt sie nicht, die phantasievollen Geschichten des Mannes, der oft als ‚Lügenbaron‘ bezeichnet wird. Zwei Zeitgenossen von Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719 - 1803) sorgten dafür, dass die Münchhausen-Geschichten sehr beliebt wurden. Der im 18. Jahrhundert im niedersächsischen Bodenwerder lebende Hieronymus Karl Friedrich von Münchhausen (1720-1797) war zwar als guter Geschichtenerzähler auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt, aber erst der in England lebende deutsche Schriftsteller und Gelehrte Rudolf Erich Raspe (1736-1794) machte Münchhausen zur ‚literarischen Figur‘ und gab im Winter 1785/1786 den Startschuss für den Erfolg der Geschichten. In kurzer Folge erschienen mehrere Ausgaben mit den Geschichten dieser überaus gewitzten literarischen Figur. Und hinzu kam Gleims jüngerer Freund Gottfried August Bürger (1747-1794), der im Jahr 1786 Raspes Text vom Englischen ins Deutsche übertrug und neue Geschichten dazu erfand. Unter dem Titel „Wunderbare Reisen zu Wasser und Lande, Feldzüge und lustige Abentheuer des Freiherrn von Münchhausen, wie er dieselben bei der Flasche im Zirkel seiner Freunde selbst zu erzählten pflegt“ begann der Siegeszug der Geschichten im Deutschen.

Im Jahr 2020 hat sich der Geburtstag der historischen Persönlichkeit Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen zum 300. Mal gejährt. Das ist dem Gleimhaus Anlass für eine Sonderausstellung, die in enger Kooperation mit der Münchhausen-Bibliothek Zürich entwickelt wurde. Fast alle gezeigten Objekte stammen aus dieser Sammlung (www.muenchhausen.ch).

Die Ausstellung widmet sich Münchhausen dabei auf vielfältige Art. Das Phänomen Münchhausen wird in seiner Breite vorgestellt, etwa in der Medizin und Philosophie oder auch als Motiv bei Zigarrenbauchbinden, Schlüsselanhängern, Zinnfiguren etc. Im Mittelpunkt stehen jedoch Raspe und Bürger und vor allem die literarischen Geschichten und ihre Illustrationen. Erfahren Sie mehr über die bildliche Begleitung der Geschichten – vom Bilderbogen bis zum Comic. Staunen Sie über Bild-Ideen der Illustratoren und lassen Sie sich gefangen nehmen von der überbordenden Phantasie der Geschichten. Drei Münchhausen-Erzählungen werden genauer auf ihren philosophischen Gehalt hin befragt: das halbierte Pferd (Raspe), die Selbstrettung aus dem Sumpf und der Ritt auf der Kanonenkugel (Bürger). Zur Ausstellung wurde ein umfangreiches museumspädagogisches Programm ausgearbeitet, welches analog erst wieder bei Museumsöffnung angeboten werden kann. Das begleitende Veranstaltungsprogramm startet digital und wird – hoffentlich – ins Analoge überführt. Neben Führungen für Familien wird beispielsweise der berühmte Münchhausen-Film von Hans Albers aus dem Jahr 1943 nach einem Drehbuch von Erich Kästner gezeigt. Prof. Dr. Thorsten Unger formuliert neue Erkenntnisse zu diesem Drehbuch. Auch wird die Kasseler Raspe-Expertin Dr. Andrea Linnebach den Universalgelehrten Raspe vorstellen, öffentliche Führungen vertiefen weitere Aspekte der Ausstellung.

Interessierte werden gebeten, sich tagesaktuell auf der Homepage www.gleimhaus.de  zu informieren oder anzurufen (Tel. 03941/6871-0).

Bildunterschrift: Kugelritt, 1940/ Lavierte Tuschzeichnung von Otto Schubert (1892-1979),
Foto: Gleimhaus

© Anja König E-Mail

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