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Das Gleimhaus digital

Am 19. Juni ist der deutschlandweite "Digitaltag 2020"

[(c): Gleimhaus]

Museen bewahren vergangene Zeiten – und sind doch oft außerordentlich modern. Das Gleimhaus nutzt bereits seit langer Zeit vielfältige Möglichkeiten der Digitalisierung und hat zum jetzigen Zeitpunkt mit 13.847 Datensätzen unter allen Museen in Sachsen-Anhalt die meisten Objekte mit Digitalisaten in der Deutschen Digitalen Bibliothek (www.ddb.de) und im Internet überhaupt veröffentlicht, darunter jeweils mehrere Tausend Briefe und Porträtgrafiken sowie Hunderte von Gemälden, weitere Kunstgegenständen wie auch Kuriositäten.

Die Objekte wurden zunächst in die Fachportale „Gemeinsamer Bibliotheksverbund“ (www.gbv.de), „Digitaler Porträtindex“ (www.porträtindex.de) sowie www.museum-digital.de eingestellt, von dort in die DDB transferiert und werden von dieser wiederum an das europaweite Portal www.europeana.eu weitergereicht.

Die Briefsammlung des Dichters und Sammlers Gleim war bereits in den 1990er Jahren in einer der allerersten Digitalisierungskampagnen in den neuen Bundesländern digitalisiert worden. Bei den rasanten Fortschritten, welche die Technik seither vollzogen hat, wäre bald eine neuerliche Digitalisierung dieses bedeutenden Bestandes sinnvoll. Der schnelle Zugriff auf diese Kulturgüter von jedem Ort der Welt aus und zu jeder Zeit ist eine enorme Erleichterung für den Historiker und eine Bereicherung für den Laien.

Auch in den Sozialen Medien ist das Gleimhaus seit langem aktiv. Aus Verpflichtung gegenüber Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719-1803), einem der begnadetsten Netzwerker der deutschen Aufklärung, hat es bereits vor rund 10 Jahren bei Facebook das Profil „@Gleimhaus“ angelegt. Seither sind das Instagramm-Profil „@likeGleim“ und der youtube-Kanal „Gleimhaus“ hinzugekommen, wo über Veranstaltungen und Projekte sowie mit einem gewissen Unterhaltungswert über historische Themen und Sammlungsobjekte informiert wird.

Während der Schließung aller Kultureinrichtungen und der Absage von Veranstaltungen ist es schnell deutlich geworden, dass die digitalen Angebote nur vorübergehend einen Ersatz für den Museumsbesuch und die Begegnung mit den originalen Objekten sowie mit anderen Kulturinteressierten darstellen können. Doch auch beim Museumsbesuch vor Ort ist in vielen Museen heute digitale Technik im Einsatz, welche die Versorgung mit Information übernimmt und den Erlebniswert steigert.

So haben im Gleimhaus junge Besucher die Möglichkeit, mit ihrem Smartphone über qr-Codes eine Audioführung abzurufen. Für erwachsene Besucher konzipiert und ebenfalls vollständig berührungslos und damit sogar infektionssicher ist die in Kooperation mit der Kreativagentur „Ideengut“ und der Hochschule Harz realisierte Audioinstallation „Sprechende Bilder“, über die per Sprachbefehl viele der über hundert Bildnisse in Gleims Freundschaftstempel zum Sprechen gebracht werden können.

Sprechen können nach dem Einlesen des qr-Codes zu ihren Füßen auch die „Zwei Herren in Betrachtung des Doms“, die Sandsteinfigurengruppe von Daniel Priese vor dem Gleimhaus.

Seit Mitte Mai ist das Gleimhaus wieder geöffnet und freut sich über digitale wie auch analoge Besucher.

© Marleen Dressel E-Mail

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