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GEGENWART UND REFLEXION

Im Landkreis Harz wird in Halberstadt die VI. MKH-Biennale geplant, denn die Kunstwelt steht nie still und befindet sich immer in einer kontinuierlichen Auseinandersetzung und Reflexion über die von der Vergangenheit geprägte Gegenwart.

Die VI.MKH-Biennale 2026 versammelt Künstler:innen aus verschiedenen Regionen Ostdeutschlands, die dem System in der DDR kritisch gegenüberstanden, und die sich auch heute kritisch mit ihrer Gegenwart auseinandersetzen. Sie sind freundschaftlich mit Kunstschaffenden in Halberstadt verbunden und haben zum Teil schon zu DDR-Zeiten und in der Nachwendezeit in Halberstadt in der St. Martinikirche ausgestellt.

‘Welche Visionen scheinen auf? Welche Themen und Werte werden – auch über einen längeren Zeitraum und wechselnde politische Systeme hinweg – in ihrer Kunst verhandelt? Wie reflektieren sie die heutige Gegenwart?’ waren Fragen, welche zur Auswahl der Ausstellenden auf der sechsten Kunstbiennale in Halberstadt führten.

GEGENWART UND REFLEXION zeigt eine Auswahl aus der Schaffensperiode der Vorwendezeit bis hin zu neu entstandenen und speziell für die Kunstbiennale zu zeitgenössischen Themen geschaffenen Arbeiten.

Die Ausstellung soll in der Martinikirche stattfinden. Als Stadt- und Bürgerkirche war St. Martini der Ausgangspunkt und Versammlungsort für die friedliche Revolution 1989 in Halberstadt. Schon 1970 führte ein Besuch des Domschatzes, des Gleimhauses und der Martinikirche durch eine Gruppe von Berliner Kunststudent:innen zu freundschaftlichen Beziehungen zu Bärbel und Klaus Herre, Hans-Hermann Richter und Johann-Peter Hinz, der in Halberstadt ansässigen Pfeffermühlen-Gemeinschaft.

Die im Jahre 2026 ausstellenden Künstler:innen haben durch verschiedene Lebenserfahrungen facettenreiche Kunst geschaffen, die sowohl persönliche als auch gesellschaftliche Themen reflektieren. Sie bringen ihre eigenen Geschichten, Erfahrungen und Perspektiven in die öffentliche Debatte ein. Die Werke sind geprägt von Authentizität, Intensität und einer starken Aussagekraft, die die Betrachter:innen berührt und zum Nachdenken anregt.

Einige der Beteiligten haben die Auswirkungen des zweiten Weltkriegs, wie die Bombardierung Dresdens und Rudolstadt am eigenen Leib erfahren müssen und haben ihre künstlerischen Interessen durch verschiedenste Systemwechsel navigiert.

Durch ihre künstlerische Arbeit schlagen die beteiligten Künstler:innen hier Brücken zwischen Generationen und offerieren auf der VI.MKH-Biennale eine künstlerische Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

In einer Zeit, die von Spaltungen und Konflikten geprägt ist, setzen diese Künstler:innen mit ihrer Kunst ein starkes Zeichen des freiheitlichen Denkens. Sie zeigen, dass Kunst eine universelle Sprache ist, die Menschen zusammenbringt und Verbindungen schafft, die über alle Grenzen hinwegreichen.

An der VI. MKH-Biennale sind folgende Künstler:innen beteiligt:

Sabina Grzimek, geb. 1942 in Rom, lebt und arbeitet in Berlin Prezlauer Berg und Erkner

Hans Scheib, geb. 1949 in Potsdam, gest. 10.04.2026 in Berlin Charlottenburg

Peter Herrmann, geb. 1937 in Großschönau, lebt und arbeitet in Berlin Spandau

Hans-Hermann Richter, geb. 1944 in Militsch (Oberschlesien)

lebt und arbeitet in Huy-Neinstedt und Bottendorf

Inge H. Schmidt, geb. 1952 in Wiehe (Thüringen), lebt und arbeitet in Berlin

Helge Leiberg, geb. 1954 in Dresden lebt und arbeitet in Berlin Charlottenburg und Spandau

ilka Leukefeld, geb. 1967 in Halle/Saale lebt und arbeitet in Halberstadt mit Atelier in Halberstadt und Berlin Reinickendorf

Zusätzlich zur Kunstausstellung sind Kunst-Workshops, Lesungen, Gesprächsrunden und Führungen geplant, um hier einen demokratieoffenen Raum im Kunstgeschehen zu kreieren.

Auch ein Johann-Peter Hinz ( * 1941 - † 2007 ) Satelliten-Kunstpfad soll, beginnend in der Martinikirche mit einer Überraschung für Hinz-Fans, einen Streifzug durch Halberstadt bis zum Kulturbahnhof Hauptbahnhof ermöglichen. Er wird unsere Gäste von dem beeindruckenden Stahlleuchter unseres Ehrenbürgers und Künstlers Johann-Peter Hinz in der Martinikirche zu anderen Orten in Halberstadt führen, wo seine Skulpturen zu erleben sind. Gleichzeitig stellt dieser Kunstpfad eine Verbindung zu anderen Sehenswürdigkeiten, Institutionen und Kunstprojekten, wie z.B. dem Gleim-Haus-Museum und dem Cage Projekt im Burchardikloster in unserer Stadt her.

ilka Leukefeld, freiberufliche Künstlerin, organisiert hier eine artist-led exhibition, eine Austellung die keine/n Kurator:in erfordert, da die Künstler:innen gemeinsam die auszustellenden Werke auswählen und wichtige Schritte der Vorbereitung und des Aufbaus gemeinsam besprechen. Diese Form der Ausstellungsgestaltung praktiziert Leukefeld seit vielen Jahren erfolgreich im In- und Ausland.

Die Projektleitung wird von einer erfahrenen Fachkraft der Ausstellungsorganisation und des Ausstellungsauf- und Abbaus geleitet.

Die Stadt Halberstadt, vertreten durch den Oberbürgermeister Daniel Szarata, tritt seit 2014 als Schirmherrin der Halberstädter Kunst-Biennale auf, und unterstützt auch in diesem Jahr wieder die Biennale.

Zusätzlich stehen der diesjährigen Kunstbiennale ehrenamtliche Aufsichtskräfte in Kooperation mit der Evangelischen Kirchgemeinde Halberstadt und des MKH-Freundes-kreises hilfreich zur Seite.

Durch den Einsatz experimenteller Formate und partizipativen Projekten wird durch die Ausstellung GEGENWART UND REFLEXION in Halberstadt eine Brücke zwischen Tradition und Moderne geschlagen.

Die Bedeutung von den hier ausgestellten, gedankenvollen Kunstwerken, kann in Zeiten einer zunehmenden Unterhöhlung demokratischer Werte und der damit einhergehenden Einschränkung von Frauenrechten, sozialem Abbau, schwindenden Mitteln, z.B. für den Umweltschutz, und vor allem der Entwicklung von unverhohlenen Produktionen und Verbreitung von schlichtweg inkorrekten Informationen der Demokratiegegner:innen nicht hoch genug geschätzt werden. Die zur künstlerischen Reflexion von Vergangenheit und Gegenwart angeregten Gäste werden hier zum offenen Gespräch geladen.

Auch in der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen kann die Begegnung mit Kunst wichtige Impulse für Kreativität und kritische Reflexion setzen. In enger Kooperation mit Kindergärten, Schulen und Berufsbildungszentren, werden in der Ausstellung Workshops und Führungen stattfinden.

Fünf der ausstellenden Küstler:innen werden zur Eröffnung und einigen Veranstaltungen von GEGENWART UND REFLEXION anwesend sein.

Die VI. MKH-Biennale 2026 wird durch das Kuratorium Stadtkultur e.V., die Kunststiftung Sachsen- Anhalt. die Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Harz, die Kreissparkasse Halberstadt, VIS und die NOSA als Hauptgeldgeber unterstützt- und selbstverständlich auch durch private Spender:innen.

© Jeremy Muthmann E-Mail

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