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Städtisches Museum bittet um Ihre Schätze

für eine Retrospektive von mehr als 70 Jahren Stadtgeschichte, einer Ausstellung im Rahmen der Halberstädter „Schatzjahre“ mit Bürgerbeteiligung.

[(c): Stadt Halberstadt, Pressestelle]

Nein, niemand will Ihre materiellen Werte aus dem Tresor oder dem sicheren Versteck im Wäscheschrank. Es geht vielmehr um die immaterielle Seite Ihres Lebens, um Ihre Erinnerungen, um Ihre Meinung, um Ihre Beteiligung.

Im Januar hat Halberstadt das Projekt „Schatzjahre“ ausgerufen, das an eine Reihe von nationalen und stadtgeschichtlich bedeutenden Jubiläen erinnert, auf die zurückzublicken sich lohnt. Museen und Sammlungen präsentieren in den Jahren 2018, 2019 und 2020 Ausstellungen und Veranstaltungen, die auf politische Ereignisse, auf historische und kulturelle Schätze hinweisen. Die Angebote richten sich natürlich an Sie, die Halberstädter Bürger aber eben auch an Gäste und Touristen, von denen durchaus mehr in die alte Vorharzstadt mit ihren sehens- und erlebenswerten Angeboten gelockt werden sollen.

 

70, 30, 20 sind die Eckzahlen für die Projekte des Städtischen Museums. Was bedeutet diese Zahlenabfolge?

Ganz am Ende des Zweiten Weltkriegs war unsere Stadt noch Ziel eines großen Bombenangriffs, der die nahezu vollständige Zerstörung weiter Bereiche des Zentrums und darum herum zur Folge hatte.

2018 / 1948, vor 70 Jahren organisierten entschlossene Bürger eine Ausstellung. „Halberstadt ruft“ stand über dem Plakat, mit dem Walter Gemm für die Präsentation und die Veranstalter für den Wiederaufbau des geschichtsträchtigen Gemeinwesens in Sichtweite des Brockens warben.

2019 / 1989, vor 30 Jahren führten die landesweiten, friedlichen Proteste einer Mehrheit der Bürger zur Auflösung der DDR. Auch die Halberstädter waren unterwegs. Zum Friedensgebet in der übervollen Martinikirche oder bei den großen Protestmärschen auf dem Hohen Weg. Das ist schon 30 Jahre her und gehört für jüngere Zeitgenossen bis 40 schon zur Geschichte, weitgehend ohne eigene Erinnerung.

2018 / 1998, vor 20 Jahren standen zahllose Einwohner der Stadt auf dem wieder mit Häusern umgebenen Holzmarkt, hörten den Reden der Politiker und Investoren zu, die über das neue Stadtzentrum sprachen. Aufgebaut in den Baufluchten der alten Zentrumsgestaltung, deren Flächen fast 50 Jahre brach lagen, Platz für Rasen und Parkplätze ließ. Erst da war Wirklichkeit geworden, was die Aufbauausstellung von 1948 gewollt hatte, baut auf!

Durch die Aufnahme Halberstadts in das Projekt des Bundes „Modellstadt für Stadtsanierung“ erhielt die Stadtentwicklung den entscheidenden Impuls. Mit dem neuen Zentrum hat Halberstadt wieder ein Gesicht. Eine Ansicht beinahe wie früher, mit historisierender Rathausfassade und Roland, zu guten Teilen selbst bezahltem Ratslauben – Wiederaufbau.

Die von Flächenabriss verschont gebliebenen, aber über Jahrzehnte vernachlässigten Teile der erhaltenen Altstadt wurden saniert. Die gerettete Altbausubstanz und die großen, die Stadtsilhouette prägenden Sakralbauten sind wesentliche Elemente der Identitätsstiftung für die Bürger unserer Stadt.

Das Städtische Museum plant eine Fortsetzung der Ausstellung „Der 8.April45 – Halberstadt brennt“, die die Geschichte von 1933 bis 1945 zum Thema hat.

Ein Teil der für 2018 geplanten Ausstellung, die den Zeitraum von 1946 bis 1998 umfasst, läuft unter dem Titel „Meine Geschichte, die Geschichte meiner Stadt – Bürgererleben – Bürger erinnern – Bürger berichten“.

An dieser Stelle bittet das Stadtgeschichtsmuseum um Ihre Mitarbeit. Schreiben Sie auf, was für Sie persönlich, was in Ihrer Familie aus diesen Jahrzehnten in besonderer Erinnerung geblieben ist. Was im Bekannten- oder Kollegenkreis diskutiert wurde.

Überlassen Sie dem Museum Fotos, Film- und Videosequenzen oder Schriftstücke aus dieser Zeit. Gesucht werden auch Gegenstände, die für Sie, die für den Zeitraum von Bedeutung gewesen sind.

Ein weiterer Teil der Ausstellung trägt den Titel „Ein Land zwischen Recht und Unrecht“. Gesucht werden Berichte und Dokumente aus der Zeit der „Sowjetischen Besatzungszone“, SBZ und Gerichtsurteile der DDR, die von einer ideologisch geprägten Rechtsprechung zeugen, die Ausdruck der Auseinandersetzungen zwischen Ost und West im Kalten Krieg sind. Die von der Durchsetzung eines gesellschaftlichen Umbaus nach sowjetischen Vorbild berichten.

Das Städtische Museum übernimmt ab sofort Originale, auch als Leihgaben, kopierte und digitalisierte Schriftstücke, Fotos, Filmsequenzen und Dokumente für die geplante Präsentation, die im September 2018 eröffnet werden soll.

Ausgeliehene Stücke erhalten Sie nach dem Ende der Präsentation zurück.

Bitte melden Sie sich im Städtischen Museum Halberstadt, Domplatz 36,

bei Simone Bliemeister, Tel. 03941/551472 oder unter Bliemeister@halberstadt.de

© Jeannette Schroeder E-Mail

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