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Provenienzforschung am Heineanum – Kunsthistorikerin Sabine Breer führte Erstcheck durch

[(c): Stadt Halberstadt, Pressestelle]

Die Kunsthistorikerin Sabine Breer führte in den vergangenen 14 Tagen im Rahmen eines Erstchecks Herkunftsuntersuchungen (Provenienzforschung) am Naturkundemuseum Heineanum in Halberstadt durch. Bei der Provenienzforschung ist der Fokus in erster Linie auf die Zeit des Nationalsozialismus, also von 1933 bis 1945, sowie auf die unmittelbare Nachkriegszeit gerichtet.

Auslöser für den Antrag auf diese Erstcheck-Untersuchung war eine Anfrage, die das Naturkundemuseum Coburg an das Museum Heineanum gerichtet hat. Dabei ging es um deren Colibri-Sammlung, die in den Jahren 1912/1913 unter Leitung von Rudolf Heinrich Jung neu sortiert und neu angelegt worden war. Seitdem fehlen den Aufzeichnungen zufolge 64 Colibri-Exemplare im Coburger Naturkundemuseum.


Da das Halberstädter Museum Heineanum ebenfalls über eine Colibri-Sammlung von Jung verfügt, ist die Nachfrage aus Coburg an das Heineanum gerichtet worden.

Dabei wurde Museumsdirektor Rüdiger Becker bewusst, dass jedes Museum Probleme mit sogenannter Hehlerware bekommen kann. Dies veranlasste ihn, beim Museumsverband Sachsen-Anhalt e.V., die Erstcheckuntersuchung im Rahmen des aktuellen Provenienzforschungsprojekt „Erstcheck an 17 Museen in Sachsen-Anhalt“ zu beantragen. Im Ergebnis der erfolgten Untersuchungen wurde festgestellt, dass es keine konkreten Hinweise auf unrechtmäßig erworbene Bestände im Museum Heineanum gibt.

 

Die Kunsthistorikerin Sabine Breer, die die Erstchecks an Museen in Sachsen-Anhalt durchführt und so auch im Museum Heineanum vorgenommen hat, führt folgendes zum Hintergrund Forschungsprojektes aus:

„Kulturgüter aus den ehemaligen Kriegsgebieten finden sich heute in öffentlichen und privaten Sammlungen auf der ganzen Welt – einige werden auch in den öffentlichen Sammlungen Deutschlands aufbewahrt, oft ohne dass die Institutionen es wissen.

 

Das Ziel, die Suche nach NS-Raubgut in den öffentlichen Museen Sachsen-Anhalts zu etablieren, wird seit einigen Jahren von Seiten des Landes Sachsen-Anhalt, des Museumsverbandes Sachsen-Anhalt e.V. sowie den Museen selbst vorangetrieben.

In Sachsen-Anhalt untersuchten zuerst das Städtische Museum Wittenberg, das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) und das Kulturhistorische Museum Schloss Merseburg ihre Sammlungen nach NS-Raubgut.

Um die Suche nach NS-Raubgut in musealen Beständen zu intensivieren hat die Landesregierung 2016 entschieden, Fördermittel nur an die Museen zu vergeben, die sich nachweisbar um die Sichtung ihrer Bestände nach NS-Raubgut bemühen. Seit dem Jahr 2016 unterstützen das Land Sachsen-Anhalt und das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste mittlere und kleinere Museen bei der gemeinschaftlichen Suche nach Verdachtsmomenten auf NS-Raubgut. Träger dieser als „Erstcheck“ bezeichneten Projekte ist der Museumsverband Sachsen-Anhalt e.V.

Das aktuelle Provenienzforschungsprojekt „Erstcheck an 17 Museen in Sachsen-Anhalt“ wird vom Land Sachsen-Anhalt, dem Museumsverband Sachsen-Anhalt e.V. sowie der Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste getragen.

Es nehmen teil: das Museum Schloss Bernburg, das Kreismuseum Bitterfeld, das Museum für Naturkunde und Vorgeschichte in Dessau, das Freilichtmuseum Diesdorf, das Museum Schloß Neuenburg in Freyburg, das Museum Heineanum in Halberstadt, das Prignitz-Museum am Dom Havelberg, das Museum im Schloss Lützen, das Kreismuseum Osterburg, die Städtischen Museen in Tangermünde, das Spengler-Museum in Sangerhausen, das Salzlandmuseum in Schönebeck, das Winckelmann-Museum in Stendal, das Börde-Museum Burg Ummendorf, das Museum Schloß Neu-Augustusburg in Weißenfels, das Harzmuseum Wernigerode und das Heimatmuseum im Schloss Zörbig.“

FOTO:

Rüdiger Becker, Direktor des Museums Heineanum zeigt der Kunsthistorikerin Sabine Breer die umfangreiche Colibri-Sammlung, die im Magazin des Museums aufbewahrt wird.

Foto: Ute Huch/Pressestelle/Stadt Halberstadt

 

Stadtverwaltung Halberstadt / Pressestelle / 14.09.2018

 

© Jeannette Schroeder E-Mail

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