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Denkmaltag: Historische Schätze und Masterplan für Kindermuseum

[(c): Stadt Halberstadt, Pressestelle]

Der 25. Tag des offenen Denkmals hat auch in Halberstadt Hunderte aktiviert. Bürgerinnen und Bürger machten sich bei dem schönen Wetter auf die Beine, um unter Denkmalschutz stehende Gebäude anzuschauen, die sonst nicht geöffnet sind.

Ein besonderes Highlight war in diesem Jahr das historische Gebäude Grudenberg 7, das nach 30 Jahren erstmals besichtigt werden konnte. Der Eigentümer aus Mexiko, Otto Plettner, war persönlich vor Ort und ist gern mit den Besuchern ins Gespräch gekommen. Seine Vorfahren hatten das um 1700 erbaute Haus Anfang 1900 gekauft.

 

Er selbst zeigte sich sehr erfreut darüber, dass sich das Deutsche Fachwerkzentrum Quedlinburg der Herausforderung zur Sanierung des großen Gebäudes stellen und sich mit seinem Team fachmännisch einbringen will.

Das Fachwerkzentrum Quedlinburg hat bereits die Sanierung des Gebäudes Hühnerbrücke 4 vorgenommen und arbeitet derzeit am Haus Grudenberg 8. Das Haus Grudenberg 7 vervollständigt sozusagen das bauliche Ensemble aus dem 17. Jahrhundert in diesem Bereich der Halberstädter Altstadt. Jugendliche aus aller Welt (Usbekistan, Eritrea, Türkei, Russland, Indien und Afghanistan) arbeiten auf der Basis traditionellen Handwerks und unter fachmännischer Anleitung durch das Fachwerkzentrum an den Gebäuden. Diese historischen Handwerkstechniken stellten sie am Denkmaltag vor.

Jens Klaus, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, begrüßte die Gäste im Hof des Grudenberges 7 im Namen des Oberbürgermeisters, der zur gleichen Zeit zur Preisverleihung des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ auf der Landesgartenschau in Burg war.

Museumsdirektor Armin Schulze überraschte mit seinen Ausführungen über historische Türen, die vom Gebäude Grudenberg 7 stammen und die er aus dem Museumsmagazin für den Denkmaltag zur Verfügung gestellt hatte. Schulze: „Leergezogene Häuser ganzer Straßenzüge waren in den 80er Jahren dem Verfall und Vandalismus preisgegeben. Das Städtische Museum bemühte sich um die Rettung von Bauteilen, von Fassaden, insbesondere aber von typischen Türelementen. So auch die des Hauses Grudenberg 7.“

Und noch eine Besonderheit konnten die Besucher bestaunen: Eine Relieftafel mit aufwändigen figürlichen Darstellungen (vermutlich Mitte des 16. Jahrhunderts), die ursprünglich die Eingangstür des Gebäudes Hühnerbrücke 4 schmückte. Das Museum bemüht sich um eine Nachbildung des Reliefs, das Original wird im Museum verwahrt und ausgestellt.

Jutta Dick, Direktorin der Moses Mendelssohn Akademie, wartete ebenfalls mit einer interessanten Neuigkeit auf: Sie informierte darüber, dass man sich auf Grund der großen Nachfrage von Jugendlichen und Schulen, dazu entschlossen habe, in Anlehnung an das Berend-Lehmann-Museum für jüdische Geschichte und Kultur ein Kindermuseum im Bereich der leeren Grundstücke in der Bakenstraße zu bauen. Im Hof des Grudenberg 7 lag ein Masterplan für dieses Projekt, welches Vis a Vis umgesetzt werden soll, aus. Halberstädter sind dazu aufgefordert, mitzumachen und Ideen zur Fassadengestaltung einzubringen.

Claudia Hennrich, Geschäftsführerin des Fachwerkzentrums, zeigte sich in der Auswertung des Denkmaltages begeistert von der großen Resonanz in allen drei Denkmalen des Ensembles (Grudenberg 7 und 8, Hühnerbrücke 4), die das Fachwerkzentrum an diesem Tag geöffnet und mit vielen Informationen versehen hatte.     

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Jugendliche des Deutschen Fachwerkzentrums Quedlinburg präsentieren historische Handwerkstechniken am Tag des offenen Denkmals.

Fotos: Ute Huch/Pressestelle/Stadt Halberstadt

Stadtverwaltung Halberstadt / Pressestelle / 10.09.2018

© Ute Huch E-Mail

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