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Unternehmensberatung mal anders

Warum ein Dienstleister wieder nach Halberstadt kommt

[(c): Sabine Scholz, Volksstimme]

Noch fehlt das Firmen­schild, auch die Klingel ist noch nicht beschrif­tet. Aber es wird schon gearbeitet bei der Halber­städter Zweigstelle der tti GmbH Magdeburg. Das Büro hier ist übrigens eine Wiederholung.

Von Sabine Scholz Halberstadt l Sie sind Unterneh­mensberater, die Mitarbeiter der Magdeburger Firma tti GmbH. „Aber sagen Sie das bloß nicht laut“, scherzt Geschäfts­führer Michael Klaeger. Denn der Ingenieur weiß, dass der Begriff Unternehmensbera­tung meist negativ belegt ist. Doch der tti geht es nicht um das Motto: Entlassen Sie Leu­te, dann stimmen die Kosten wieder. Der seit 1992 tätigen Firma geht es um eine Unter­nehmensberatung der etwas anderen Art.


Das wird schon im Namen deutlich, steht das „tti“ doch für Technologietransfer und Innovationsförderung. Und genau darum geht es dem 1992 in Magdeburg gegründeten Un­ternehmen – Unterstützung zu geben in Sachen Innovation. „Gerade kleine und mittelstän­dische Unternehmen können sich oft keinen extra Mitarbei­ter für solche Aufgaben leis­ten“, sagt Marko Wunderlich, der zweite Geschäftsführer des 18 Mitarbeiter beschäftigen­den Beraterbüros. „Aber wer auf dem komplexen europäi­schen Markt oder global wett­bewerbsfähig sein und bleiben will, muss eine gute Innovati­onsquote haben“, betont Frank Nothnagel. Doch das falle klei­nen Betrieben oft schwer, der Fokus liege meist darauf, die Tagesproduktion zu schaffen. „Da hat kaum einer den Kopf frei, um neue Ideen zu entwi­ckeln und Fördermittelanträ­ge zu stellen. Das ist unser Ge­schäft“, so Nothnagel. Er wird die tti GmbH in Halberstadt vertreten.

Die Fördertöpfe des Landes Sachsen-Anhalt und der Euro­päischen Union anzuzapfen, ist mit einigem Aufwand ver­bunden, da gibt das Magde­burger Unternehmen ebenso Unterstützung wie bei der Ent­wicklung neuer Produkte und Projekte. „Da wir nicht in allen Branchen zuhause sind, haben wir Partner an unserer Seite, zum Beispiel an der Magde­burger Universität“, berichtet Michael Klaeger.

Fundierte Unterstützung in Sachen Technologietransfer und Innovation ist den Unter­nehmen der Region willkom­men, sagt Martin Schäfer, Prä­sident der Roland-Initiative, der am Montagvormittag zur Eröffnung der tti-Geschäfts­stelle in der Voigtei 58 gekom­men ist. Er hat Frank Nothna­gel deshalb auch gleich zum nächsten Roland-Stammtisch eingeladen.

Dass das Dienstleistungsun­ternehmen eine Bereicherung für die Region ist, sieht auch Halberstadts Oberbürgermeis­ter Andreas Henke (Die Linke) so. „Die Wirtschaft in der Regi­on ist gut aufgestellt, auch weil das Portfolio breit gefächert ist. Aber viele kleine Unternehmen haben tatsächlich kaum Kapa­zitäten, Themen wie die Digi­talisierung allein anzugehen.“

Thomas Rimpler, Fachbe­reichsleiter Wirtschaft, ist ebenfalls zur Wiedereröffnung der Geschäftsstelle in Halber­stadt gekommen. Er freue sich, dass die Magdeburger wie­der eine Niederlassung in der Kreisstadt betreiben, sagte er. So, wie es zwischen 2009 und 2012 schon einmal der Fall war. Aufgrund personeller Verän­derungen zogen sich die Mag­deburger damals zurück. Aber Magdeburg sei dann doch zu weit weg vom Harz, und man brauche jemanden vor Ort, der wisse, die die Menschen hier ticken, was die Firmen wirklich brauchen. Deshalb nun die Wie­dereröffnung der Geschäftsstel­le Halberstadt. Man verspreche sich eine intensivere Betreuung von Bestandskunden und die Neugewinnung von Kunden im Harz. „Die Region ist eine der wirtschaftlich stärksten im Land“, sagt Klaeger.

Zu den Kunden der tti GmbH gehören große, mittlere und kleine Unternehmen, auch aus dem Bereich Handwerk sowie technologieorientierte Exis­tenzgründungen und Kommu­nen. Die über Sachsen-Anhalt hinaus bekannte Beratungsfir­ma hat bislang mehr als 3000 Betriebe betreut.

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Marko Wunderlich, Michael Klaeger, beide Geschäftsführer der tti GmbH Magdeburg, mit ihrem Hal­berstädter Niederlassungsleiter Frank Nothnagel, Wirtschaftsförderer Thomas Rimpler, Oberbürger­meister Andreas Henke und Martin Schäfer, Präsident der Roland-Initiative (von links)

© Anja König E-Mail

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