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11.04. - 10.10.
Ausstellung "Entdecke die L ere" im Rahmen der IBA in der ehemaligen Städtischen Badeanstalt
31.07. - 01.08.
Parkfest im Landschaftspark Spiegelsberge - erstmals nach über 400 Jahren wird das Riesen-Weinfass gefüllt ... und für einen guten Zweck wieder geleert
Am Sonntagmorgen ist im Herrenhaus in Halberstadt der erste Interpretationskurs für zeitgenössische Musik mit der Preisvergabe des ersten John-Cage-Preises zu Ende gegangen - ein Projekt der John-Cage-Orgel-Stiftung. Vier Tage lang hatten die Streicher nicht nur Unterricht genossen bei dem renommierten Kairos Quartett, sondern sich auch wohlgefühlt auf dem Gelände des Herrenhauses. Immer wieder nutzen die Beteiligten die Gelegenheit, sich seelisch aufzutanken bei dem derzeitigen Orgelklang des 639 währenden Stückes "Organ 2 - As slow as possible" in der Buchardikirche. "Eine einzigartige und unvergessliche Atmosphäre", so der Geiger des Quartettes Stefan Häussler. "Noch nie bin ich so intensiv betreut worden", meinte Katharina Buschhaus, die als Cellolehrerin arbeitet.
Am Freitag Abend hatte das Quartett zum Geburtstag von John Cage ein in jeder Hinsicht fabelhaftes Konzert gespielt, das seine Spannung vor allem aus der stilistischen Unterschiedlichkeit der Werke bezog: neben den "Thirty Pieces" von John Cage war )place( des jungen italienischen Komponisten Giorgio Netti mit seinen komplexen Klängen der Höhepunkt. Diese Klänge werden neben vielen neuen Spieltechniken erzeugt durch das Einschieben einer Plastikkarte in die Saiten. Die Wirkung ist, dass kein einziger Klang dem einer Geige, einer Bratsche oder einem Cello zugeordnet werden kann, sondern eine phantomartige und irreale Klanglichkeit entsteht. Das macht neugierig und schärft und die Ohren.
Den John-Cage-Preis in Höhe von 1.500 Euro erhielt in großer "Eindeutigkeit", so die Jury, der 25jährige Johannes Haase aus Wolfenbüttel, der in Bremen studiert. Er zeigte mit einem Stück von des italienischen Komponisten Franco Donatoni und einen des Spaniers José Mariá Sanchez-Verdù eine beeindruckende Fülle an klanglichen Experimenten, die er zu einer außerordentlich expressiven Dramaturgie zu verbinden verstand. Eine überlegene und preiswürdige Leistung. Katharina Buschhaus aus Überlingen am Bodensee und die japanische Geigerin Nagi Uesugi, die in Würzburg studiert, erhielten aufgrund ihrer ausgezeichneten Leistungen je einen Förderpreis in Höhe von 250 Euro.
Ute Schalz
Fotos: Ute Huch