Sie befinden sich hier: Startseite » Ortsteile » Schachdorf Ströbeck

Persönlichkeiten des Ortes

Schach für Groß und Klein

Herzog August d. J. zu Braunschweig-Lüneburg

Der Namensträger der Bibliothek in Wolfenbüttel veröffentlichte 1616 das erste deutschsprachige Schachbuch "Das Schach- oder König-Spiel" unter dem Pseudonym Gustavus Selenus. Darin widmete er der besonderen Spielweise in Ströbeck ein ganzes Kapitel. Der Herzog hatte Ströbeck in Vorbereitung des Buches besucht und schenkte dem Dorf später ein signiertes Exemplar. Jahrhunderte wurde es sorgsam bewahrt, ging jedoch nach dem 2. Weltkrieg verloren.



Der große Kurfürst Friedrich Wilhelm v. Brandenburg

Nach dem 30 jährigen Krieg fiel Ströbeck dem Kurfürstentum Brandenburg zu. Der große Kurfürst Friedrich Wilhelm soll ein Meister im Schachspiel gewesen sein. 1651 besuchte der neue Landesherr auf seiner Inspektionsreise Ströbeck und schenkte dem Dorf ein wunderschönes Schachbrett mit einem Courierspiel auf der Rückseite, wertvollen Intarsienarbeiten und einer Widmung sowie einem Satz silberner Figuren, die leider verloren gegangen sind. Das Kurfürstenbrett ist jedoch noch heute im Schachmuseum zu bewundern.



Herzog Ludwig Rudolf von Braunschweig-Blankenburg

Anfang des 18. Jh. spielte der Herzog Ludwig Rudolf von Braunschweig-Blankenburg mit dem Ströbecker Dorfschulzen Söllig auf Schloss Blankenburg eine Schachpartie. Der Dorfschulze stand kurz davor einen nur scheinbar guten Zug zu tun. Durch ein warnendes "Vadder – mit Rat!" seines achtjährigen Sohnes konnte er das Spiel doch noch gewinnen. Der Herzog war von dem aufgewecktem Jungen Johann Valentin so angetan, dass er ihn auf seinem Schloss erziehen und zum Priester ausbilden ließ.



Der Alte Fritz 

Der Preußenkönig Friedrich II. wechselte 1773 in Ströbeck seine Pferde. Eine beliebte Ströbecker Legende kleidete dieses Ereignis gern folgendermaßen aus: Wie es in Ströbeck Sitte war, wurde dem König als durchreisenden Gast eine Partie Schach gegen den Dorfschulzen angeboten. Nachdem er zwei Partien gewonnen hatte, äußerte er seinen Zweifel an den Schachkünsten der Ströbecker. Daraufhin antwortete ihm der Schulze, dass er ein Spiel gewonnen habe, weil er sein König sei, das zweite weil er sein Gast sei. Nun aber brauche er keine Rücksicht mehr zu nehmen und man könne beginnen zu spielen. Die folgende Partie verlor der Alte Fritz, woraufhin er wortlos sein Pferd bestiegen haben und davon galoppiert sein soll.



Schachmeister

Als das Schachspiel nicht mehr nur an Adelshöfen gepflegt wurde, kamen auch die bürgerlichen Schachmeister in das berühmte Schachdorf Ströbeck. Sie alle mussten sich den Ströbecker Spielregeln anpassen, wenn sie eine Partie mit den Dorfbewohnern spielen wollten. Der große Meister und Schachautor Hirsch Silberschmidt beklagte sich 1826 in seinem Buch "Die neu entdeckten Geheimnisse im Gebiete des Schachspiels" bitterlich darüber. 1885 zum 1. Kongress des Harzer Schachbundes in Ströbeck kamen die Schachmeister Dr. Tarasch für fünf Blindlingspartien und E. Schallopp für 37 Simultanpartien in das Schachdorf. Bis heute setzt sich die Liste der Schachmeister, die in Ströbeck Simultanspiele durchführten von Bogoljubow über Suetin bis Vlastimil Hort fort.

 

© Laura Löder E-Mail

Zurück

Aktuelles