BCKategorie 21.09.2015 09:27:53 Uhr

Jagdschloss Spiegelsberge

Wappen-PortalIm April 1782 wurde zwischen der Saldern´schen und Rochow´schen Grotte das Jagdschlösschen fertig gestellt. Vor-rangiger Anlass für den Bau scheint die Überführung des großen Weinfasses aus dem Gröningener Schloss nach Spiegelsberge gewesen zu sein. Einzelne Quellen vermuten hier eine Vermittlung des königlichen Landbaumeisters J. C. Huth (1726 – 1804), dessen Amtsbereich auch die Betreuung des verfallenen Schlosses in Gröningen unterstand und der zumindest beim Bau der Eremitage im Auftrag von Spiegel nachweislich tätig war.

 

Das Jagdschlösschen besteht aus dem in den anstehenden Felsen eingebauten Fasskeller und einem darüber liegendem Saal ("Tanzsaal"), welchem drei kleine Vor- bzw. Nebenräume vorgelagert sind. Das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes prägen die Rustika-Fassadengestaltung, hohe Rundbogenfenster sowie Schweifgiebel an Nord- und Südseite. Dabei ist die Nordfassade als Hauptschauseite gestaltet, dort befinden sich ein aufwendigerer Giebel, ein Portal zum Fasskeller mit seitlichen Nischen sowie ein Balkon. Diesen zierte ursprünglich ein kunstvolles Gitter aus Gröningen, welches um 1957/58 in Resten noch vorhanden war, bei der Restaurierung des Schlosses jedoch modern ersetzt wurde. Durch seitliche Anmauerungen über die Gebäudebreite hinaus und darin integrierten Säulen (Spolien aus Gröningen) wird der altertümliche Charakter des Gebäudes noch gesteigert. Innerhalb der Giebel und über dem nördlichen Portal zum Kellergewölbe nehmen jeweils drei runde Fenster ein Motiv aus dem Spiegel`schen Familienwappen auf.

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Das Jagdschlösschen wurde vorwiegend zu Repräsentationszwecken und zur Ausstellung von Jagdtrophäen genutzt. Spiegel empfing hier 1783 die Herzogin-Mutter Anna Amalia aus Weimar, die auf einer Reise in Halberstadt Station gemacht hatte. Es wurde ein großes Fest gegeben. Namhafte Personen des Weimarer Hofes fanden sich im Jagdschlösschen ein. Unter ihnen auch Johann Wolfgang von Goethe

Nachdem das Jagdschlösschen im ausgehenden 19. Jahrhundert ungenutzt blieb und zunehmend verfiel, ließ es die Stadt Halberstadt 1903 bis 1907 wieder instand setzen und neu aus-statten.

Erneuter Leerstand und Vandalismus nach dem 2. Welt-krieg verursachten wiederum starke Schäden an der Bausubstanz. In den Jahren 1956 bis 1958 erfolgte der Wieder-aufbau des Schlösschens und die Erweiterung um einen zwei-flügeligen Anbau nach Westen (Wirtschafts- und Wohnflügel für die gastronomische Nutzung). Außerdem entstand zwischen den Gebäudeteilen die obere Terrasse. Schließlich wurde auch der Vorplatz vor der Nordseite des Schlösschens (untere Terrasse) planiert und als Freisitz hergerichtet.

Innenansicht des Jagdschloss vor 1945

Unterhalb der unteren Terrasse, etwa in der Flucht des Schlossgiebels, befindet sich eine weitere Grotte aus grob behauenem Sandsteinmauerwerk. Weitere Sanierungs- und Neubaumaßnahmen erfolgten in den Jahren 2000 und 2001. So wurde die obere Terrasse mit einem Wintergarten überbaut.

In diesem Zusammenhang entstanden dort auch ein Balkon sowie ein großes Erkerfenster im darunter liegenden Felsen. 

Besuchen Sie doch einfach mal das Jagdschloss Spiegelsberge und genießen Sie den einmaligen Blick über Halberstadt.

Blick von der Terrasse des Jagdschlosses auf Halberstadt

 

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