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Briefe, Tagebuchaufzeichnungen, Filmrollen, Urkunden - Übergabe des Klamroth-Archivs an die Stadt Halberstadt

[(c): Stadtverwaltung Halberstadt]

Briefe, Tagebuchaufzeichnungen, Bücher zur Firmengeschichte, Filmrollen, Urkunden, Kriegstagebücher, Fotoalben, Gesangsbücher und aufwendig gestaltete Schuber türmten sich auf einem Tisch im Stadtarchiv Halberstadt, welches sich im Gebäude des Literaturmuseums „Gleimhaus“ befindet. Und dabei ist das nur ein Viertel der Familienchronik Klamroth. „Ich bin froh, dass ich das Material hier lassen kann und ich weiß, hier kommt es in bewährte Hände“, sagte Wibke Bruhns, die heute in Berlin lebende Tochter der Familie Klamroth. Die Journalistin und Buchautorin („Meines Vaters Land“; „Nachrichtenzeit“) war am Dienstag (28. November 2017) nach Halberstadt gekommen, um gemeinsam mit Oberbürgermeister Andreas Henke die Schenkungsurkunde zur Übertragung des Familienarchivs an das historische Archiv der Stadt Halberstadt zu unterzeichnen. 

Oberbürgermeister Andreas Henke: „Der Kaufmann Johann Gottlieb Klamroth legte 1802 in Halberstadt den Grundstein für ein stetig wachsendes Familienunternehmen. Die Klamroth´s richteten 1833 eines der ersten Industrieunternehmen in Halberstadt ein. Die Unternehmerfamilie ist damit untrennbar mit der Wirtschaftsgeschichte der Stadt Halberstadt des 19.- und 20. Jahrhunderts verbunden. Sie war ebenso in der Stadt- und Regionalpolitik, wie im kulturellen Bereich engagiert.“ Auch prägende politische Aspekte seien dabei von Bedeutung. Zwei Familienmitglieder waren am Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 beteiligt und wurden hingerichtet.

Wibke Bruhns, hielt die Geschichte ihrer Familie im Kontext der Zeit des Nationalsozialismus in ihrer 2004 vorgelegten, viel beachteten Publikation, „Meines Vaters Land“ (in 18 Sprachen übersetzt), fest. Für die Recherchen zu dieser Chronik sei das Familienarchiv eminent wichtig gewesen, unterstrich die Autorin. „Mein Vater hat alles bis ins kleinste Detail aufgeschrieben. Ich frage mich, wann es das alles gemacht hat neben der Führung eines großen Unternehmens.“ Auch die Aufzeichnungen der Mutter seien überaus hilfreich gewesen, selbst die Haushaltsbücher und Kindertagebücher hätten umfangreiche geschichtliche Aspekte zu Tage getragen, so Wibke Bruhns, die immer wieder ins Schwärmen über die gestochene Handschrift ihres Vaters gerät. „Der Großvater würde sich freuen, wenn er uns hier so sähe“, so ihre Worte, bevor sie die Unterschrift auf die Schenkungsurkunde setzte.

FOTO 1:

Die Journalistin und Autorin Wibke Bruhns, Tochter der Familie Klamroth, und Oberbürgermeister Andreas Henke unterzeichnen im Freundschaftstempel des Gleimhauses den Schenkungsvertrag zum Familienarchiv der Halberstädter Händler- und Fabrikantenfamilie Klamroth. Der offizielle Akt wird begleitet durch (von links) Jürgen Jüling, Vorsitzender des Kulturausschusses, Dr. Volker Bürger, Präsident des Stadtrates und Vorsitzender des Geschichtsvereins, und Armin Schulze, Direktor des Städtischen Museums

FOTO 2:

Wibke Bruhns - Porträt

29.11.2017 / Stadtverwaltung Halberstadt / Pressestelle

© Danny Keil E-Mail

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