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BCKategorie 21.09.2015 09:27:53 Uhr

Das Gröninger Schloss

Das Gröninger Schloss um 1600


Gezeigt wird das Schloss um 1600 zu seiner Glanzzeit.
Die Ansicht ist aus Süd-Westen.

 

 

Anhand von Original-Bauplänen und Zeitzeugen-Berichten in alten Chroniken hat Ralf Staufenbiel das Schloss rekonstruiert und Michael Götte alias Maler Gustav hat es dann nach seinen Vorgaben gemalt und sozusagen wieder zum Leben erweckt. Heute sind von dem ehemaligen Renaissance-Schloss nur noch ein Kellergewölbe und Fundamente erhalten.

http://www.malergustav.de/


Das Gröninger Renaissance- und Residenzschloss existiert leider nur noch in Resten, aber es hat dennoch wie die Recherchen zeigten, eine glanzvolle Spur in Mitteldeutschland und darüber hinaus hinterlassen.

In den Jahren 1586 - 1594 schuf Bischof Heinrich Julius durch den Kursächsischen Baumeister Christoph Tendeler aus Torgau in Gröningen einen zweistöckigen Renaissancebau auf den Resten ehemaliger Vorburgen.

Es war eines der prunkvollsten Schlösser der Renaissance und nicht umsonst Anlaufpunkt vieler hochrangiger Staatsmänner und Anziehungspunkt eines frühen Bildungstourismus. Die kühle, schlichte Haltung der nach außen weithin sichtbaren Fassade verbarg den Liebreiz des Innenhofes und den unvergleichlichen Zierrat im Inneren.

Mit der vermutlich schönsten und klanglich größten Orgel der ganzen Welt, die in einer der schönsten Kirche Deutschlands stand, dem größten erhaltenen Riesen-Weinfass dieser Welt, welches 2008 in das Buch der Rekorde aufgenommen wurde und dem güldenen Saal mit über 680 Deckengemälden, kann man leicht erahnen was den Gröningern und der gesamten Region entgangen ist - ein Traum in Gold.

Der erst 22 Jahre alte Bischof Heinrich Julius, dessen Neigungen durchaus in Übereinstimmung mit dem künstlerischen Stil der Zeit standen, baute unter Einbeziehung hervorragender Künstlerpersönlichkeiten der Renaissance ein Schloss der Superlative und sonnte sich in seinem Glanz.

Von Ehrgeiz zerfressen, mit dem Hang zum Übersteigerten, Aufgeschwellten und Grotesken, sicherte er mit seiner Hofhaltung vielen Gröninger und überregionalen Dienstleistern ein Einkommen, liquidierte aber dabei den gesamten Staatsschatz und hinterließ enorme Schulden. Die Last trug wie immer das einfache Volk.

Vom Geist und Glanz des Residenzstandortes Gröningen blieb nur eine graue, verwitterte Bruchsteinmasse und die Erinnerung an glorreiche Zeiten. Unter den Schuttschichten des abgerissenen Schlosses und der Vorburgen liegen gewiss noch viele Geheimnisse für nachfolgende Chroniker.

Das Rekonstruktionsangebot von Ralf Staufenbiel in seinem Buch:

" Von der Wallburg zum Renaissance - und Residenzschloss Gröningen
Ein Traum in Gold - für nur kurze Zeit"

hat dem Schloss ein Antlitz gegeben und den Denkmalschützer Ansatzpunkte für weitere Forschungen gegeben.

Ralf Staufenbiel