Das Städtische Museum Halberstadt. Mehr als nur Stadtgeschichte

Das städttische Museum in Halberstadt

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Städtisches Museum Halberstadt, 38820 Halberstadt, Domplatz 36.
Tel. 03941/551474 oder 1470 oder 1472.
Fax 03941/551048.

Mail staedtischesmuseum@halberstadt.de.
Web www.museum-halberstadt.de

Öffnungszeiten:
April bis Oktober: Dienstag - Sonntag: 10 - 17 Uhr
November bis März: Dienstag - Sonntag: 10 - 16 Uhr


Der einstige Wohnsitz des Domherrn von Spiegel ist ein Barockbau aus dem letzten Viertel des 18. Jahrhunderts. Das Haupthaus wurde 1782 fertig gestellt. Die schlossähnliche Anlage verfügt über einen Ehrenhof, der von zwei eingeschossigen, in der späteren Zeit veränderten Seitenflügeln gefasst ist.

mus_logo_farbigOb der Vorhof nur gesellschaftlichen und zeremoniellen Anlässen diente oder das Hauptgebäude aus dem Sonnenschatten des 40m hohen Giebels des Kirchenschiffes gerückt werden sollte, lässt sich nicht genau feststellen. Fest steht, dass das Hauptgebäude auf jeden Fall an der Schattengrenze des Langschiffes des Domes zur Zeit der Tag - und Nachtgleiche steht und somit ein halbes Jahr komplett der Sonne ausgesetzt ist und im Winter ab 13.00 Uhr Sonnenstrahlen erhaschen kann.

Es diente dem Domdechanten Spiegel zu Wohn - und Verwaltungszwecken. Hinter dem Haupthaus gab es Wirtschafts- und Stallgebäude, verbunden durch eine Auffahrt. 

spiegel1Die Spiegelsche Kurie blieb nach dem Tod des Freiherrn Ernst Ludwig Christoph von Spiegel zum Desenberg im Besitz der Familie, bis zum Lebensende des Enkels Werner Friedrich Julius Stephan von Spiegel. Danach erhielten der Landrat von Davier, und später dessen Neffe, diesen Besitz. Aus der Zeit von 1898 existiert im Museum noch ein Lageplan des Grundstücks, erstellt auf Grund geplanter Umbaumaßnahmen. 1813 diente das Gebäude eine zeitlang als Sitz des Militärgouverneurs.

Im Jahre 1904 ging ein Gerücht um in Halberstadt. Es hieß, der Besitzer der Spiegelschen Kurie am Dom, der Landrat von Davier, trage sich mit dem Gedanken, das für Halberstadt so geschichtsträchtige Barockpalais zu Wohnungen umbauen zu lassen und zu veräußern. Auch der Halberstädter Magistrat erfuhr von den Plänen des damaligen Besitzers. Der Wunsch des Herrn von Davier war es aber, das historisch gewachsene Grundstück und seine geschichtsträchtigen Gebäude möglichst als Einheit zu erhalten. Aus diesem Grunde favorisierte er einen Verkauf an die Stadt Halberstadt.

kaufvertragDer Magistrat unter Leitung des geschichtsinteressierten Oberbürgermeisters Dr. Oehler griff dieses Ansinnen auf und machte der Stadtverordnetenversammlung schon kurz darauf detaillierte Vorschläge für den Ankauf und die Nutzung der Kurie. Ein Schreiben des Magistrats an die Stadtverordneten vom 13. Mai 1904 gibt Auskunft: "Die v. Spiegelsche Kurie Domplatz 36 soll in nächster Zeit ausgeräumt und, da sie sich in ihrem jetzigen Zustand - ungeteilt - nur schwer vermieten lässt, im Innern umgebaut werden, sodass mehrere Wohnungen vermietet werden können. Mit Rücksicht hierauf sind wir, zugleich einer aus der Mitte der Stadtverordneten Versammlung gegebenen Anregung folgend, dem Gedanken näher getreten, die Kurie für die Stadt anzukaufen. Soll dies überhaupt geschehen, so müsste es jetzt geschehen; denn wenn die Kurie erst im Innern ausgebaut wird, so werden möglicher Weise gerade Änderungen vorgenommen, welche für die Stadt nicht zweckmäßig sind und es wird der Wert und der Preis des Grundstücks durch die Kosten, welche der Besitzer in dasselbe jetzt verwendet, erhöht, der spätere Ankauf also nur erschwert.

Und auch eine mögliche Nutzung schwebte dem Magistrat bereits vor: "Die ansehnlichen Räume des Obergeschosses der Kurie und auch noch die Räume des Mansardengeschosses können zur Aufnahme von städtischen Sammlungen verwendet werden, sodass damit der Grund zu einem Städtischen Museum gelegt werden könnte. Dem genannten Schreiben des Magistrats an die Stadtverordneten wurde ein ausführlicher Finanzplan für den Ankauf der Kurie beigefügt und gleichzeitig bemerkt ,dass zunächst das Untergeschoss der Kurie durch die Handelskammer und das Gartenhaus durch die Kaufmännische Berufsschule genutzt werden sollten.

Die Stadtverordnetenversammlung reagierte sofort und erklärte sich mit allen vom Magistrat betreffs des Ankaufs und der Nutzung der Kurie vorgeschlagenen Punkten einverstanden. So wechselte noch im Jahre 1904 die von Spiegelsche Kurie ihren Besitzer.
Schon im gleichen Jahr wird ein Museumsausschuss, bestehend aus drei Magistratsmitgliedern und acht Vertretern der Halberstädter Bürgerschaft gebildet, der zunächst die Aufgabe der Einrichtung des Museums übernimmt.

museumaussen0Am 18. November 1905 kann der Erste Bürgermeister der Stadt Halberstadt, Dr. Gerhardt, das Städtische Museum Halberstadt den Halberstädtern übergeben. Damit beginnt die nun bereits einhundert Jahre währende erfolgreiche Geschichte unseres Hauses. Während das Museum zunächst nur durch den Museumsausschuss geleitet wird, stellt man schon bald darauf den Mittelschullehrer August Hemprich als nebenamtlichen Museumsleiter an. 1930 wird er der erste hauptamtliche Leiter der Einrichtung. Ab 1922 erhält das Museum auch die untere Etage zur Nutzung.

Durch den amerikanischen Bombenangriff unmittelbar vor Kriegsende wird auch das Museum durch in der Nähe gefallene Bomben schwer beschädigt. Wertvolle Sammlungsbestände werden vernichtet oder werden später ein Opfer der wechselnden Besatzer. Ausgelagerte Bestände, wie beispielsweise
die umfangreiche Trachtensammlung, gehen durch die Kriegswirren ebenfalls verloren.

Das Museum eröffnete schon 1946 wieder seine Türen für die Besucher. Als Stätte zur Erforschung und Bewahrung der Geschichte der Stadt hat es sich in den vergangenen einhundert Jahren profiliert. Veranstaltungen und Sonderausstellungen zu zahlreichen historischen und aktuellen Themen prägen
das Bild der Einrichtung, die aus dem kulturellen Leben der Stadt nicht mehr wegzudenken ist.


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