Hilariusmahl 2016 mit Festredner Friedrich Schorlemmer, Preisverleihung, Musik, Theater, Sternsingern und Festmenü

[(c): Ronny Göttel]

120 Gäste aus Politik, Kultur, Wirtschaft und aus dem gesellschaftlichen Leben hatten am Mittwochabend Platz genommen an den festlich gedeckten Tafeln des traditionellen Hilariusmahls im Halberstädter Rathaussaal.

 

Zur Tradition ist es auch geworden, dass im Rahmen des Festmahls gleich zum Auftakt die Sternsinger des Kindergartens Sankt Josef mit einem kleinen musikalischen Programm aufwarteten und um Spenden baten - in diesem Jahr für Kinder in Bolivien.

Für einige Verwirrung im Saal sorgten „Faust“ alias Arnold Hofheinz und „Mephisto“ alias Gerold Ströher, die überraschend und polternd das Rathaus betraten und dem Publikum in einem vorwitzig belehrenden Zwiegespräch die Geschichte über die Entstehung des Hilariusmahls vermittelten. Die Grundlage für die beiden Schauspieler des Nordharzer Städtebundtheaters war dabei ein Text von Jürgen Westphal aus Halberstadt, der schon vielzählige Drehbücher, in deren Fokus die Geschichte und Entwicklung der Stadt stehen, geschrieben hat.

Stadtratspräsident Dr. Volker Bürger begrüßte den Festredner Dr. Friedrich Schorlemmer und erinnerte sich dabei an ein Erlebnis im Jahr 1983 und eine symbolisch spektakuläre Aktion. In dem Jahr fand der evangelische Kirchentag in Wittenberg statt. Friedrich Schorlemmer, Symbolfigur der DDR-Opposition und Friedensbewegung, war damals Prediger an der Schlosskirche zu Wittenberg. In einer spektakulären Aktion wurde im Lutherhof ein Schwert zu einem Pflug umgeschmiedet. Die Aktion wurde zu einem Symbol der Friedensbewegung in Ost und West.

Schorlemmers Festvortrag widmete sich dem Thema „Trümmer des vergangenen – Bausteine für Zukünfriges?“ („Was bleiben wird – 25 Jahre deutsche Einheit“). Rückblenden in beiden Teilen Deutschlands, versehen mit persönlich Erlebtem und Anekdoten, Gedanken über Demokratieabstinenz, die Stärke und Bedeutung bürgerschaftlicher Initiativen, Flüchtlingsströme, den damit in Verbindung stehenden Mut der Kanzlerin oder die Größe des Papstes Franziskus füllten diese lebendige, facettenreiche und kluge Rede. Dabei zitierte der Festredner aus Gedichten Ingeborg Bachmanns, Reiner Kunzes oder aus Liedtexten Wolf Biermanns. Den Blick auf die aktuellen Flüchtlingsprobleme gerichtet, sagte Friedrich Schorlemmer: „Wir stehen vor einer großen, wenn nicht riesigen Herausforderung unserer Demokratie. Ob wir dieser Aufgabe gewachsen sein werden, bleibt noch offen.“ Optimismus sollte man seiner Ansicht nach aus dem Erlebten in der bedeutenden Zeit der politischen Wende 1989 schöpfen. „Dass wir das geschafft haben, mag uns Mut geben“, so der Theologe und Publizist.

Zu den Gästen, die dieser ambitionierten Festrede aufmerksam folgten gehörten auch die Landtagsabgeordneten Frauke Weiß und Gerhard Miesterfeld, Bürgermeisterin Bärbel Weist aus der Partnerstadt Wolfsburg, der Kreistagspräsident Dr. Michael Haase sowie die Ehrenbürgerin Ursula Sommer und der Ehrenbürger Werner Hartmann.

Im Rahmen des Hilariusmahls wird in jedem Jahr die Ehrennadel „Silberner Roland“ der Stadt Halberstadt an engagierte Personen, Vereine oder Institutionen verliehen. Oberbürgermeister Andreas Henke in seiner Laudatio: „Zu denen, die sich um die Wahrung der Musiktradition in Halberstadt besonders bemühen und ebenso auf fast 25 Jahre Schaffen zurückblicken können, gehört der Leiter des Singekreises des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums, Eckhard Gehder. Mit den Auftritten des Singekreises verbinden wir alle exzellenten jugendlich frischen Gesang, musikalischen Schwung und Elan. Unzählige Auftritte zu schulischen Anlässen im Gymnasium, zu Höhepunkten in der Stadt und auch außerhalb Halberstadts füllen die Vita des Singekreises. In Würdigung seines großen Engagements verleiht die Stadt Halberstadt nach einmütigem Beschluss des Kulturausschusses Herrn Eckhard Gehder die Ehrennadel „Silberner Roland“. Die Überraschung war gelungen und groß die Freude über diese Ehrung und die Glückwünsche. „Ich bin stolz und fühle mich sehr wohl mit diesem Preis“, sagte Eckhard Gehder.

Für die musikalische Umrahmung sorgte Duo „goosebumps“ aus Halberstadt und Magdeburg. Feinfühliger Gesang, begleitet von zwei Gitarren fesselte die Aufmerksamkeit der Zuhörer. Für das Festmahl zeichnete das „Parkhotel Unter den Linden“ in Halberstadt. Neben Dr. Friedrich Schorlemmer und dem Rolandpreisträger Eckard Gehder trugen sich zum Abschluss des Abends alle Gäste in das Goldene Buch der Stadt ein.

Der Erlös des Hilariusmahls wird gedrittelt und kommt in diesem Jahr dem Förderverein des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums, dem evangelischen Kirchenkreis und dem Hospizverein zugute.

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© Jeannette Schroeder E-Mail

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