Kunst, Kultur und Literatur

DIE MACHT DES PORTRÄTS. POSITIONEN DER MENSCHENFOTOGRAFIE.

07.10.2017 von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr
Hermann Biow - Günter Linke - Thomas Peters
Positionen der Menschenfotografie
30 . September 2017 bis 7. Januar 2018
Die Macht des Porträts liegt zum einen in dessen Vermögen, durch das Gesicht die Seele des Menschen zu zeigen, und zum anderen in dessen sympathetischer Wirkung auf den Betrachter.
Mit seinem „Freundschaftstempel“ steht der Dichter Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719-1803) in der uralten und in der gesamten westlichen Zivilisation verbreiteten Tradition der Porträtgalerie bedeutender Persönlichkeiten. Wie die größten Bildnissammlungen der Geschichte hat Gleims Galerie der Dichter und Denker des Zeitalters der Aufklärung den denkbar höchsten Anspruch, den Mensch zum Menschen zu bilden. Die Beschäftigung mit dem verdienstvollen und edlen Menschen sollte und soll den Betrachter dazu anregen, diesem nachzueifern. In dieses klassische Konzept fügen sich die Positionen Günter Linkes, Thomas Peters‘ und Hermann Biows nahtlos ein.
Günter Linke (geb. 1943) ist bekannt geworden als Porträtist der Filmwelt. Daneben schuf er thematische Porträtreihen - Schuldner, Strafgefangene, Suchtkranke - in, denen er auch und gerade die Brüchigkeit der Persönlichkeit in den Blick rückte und dabei das Menschliche umso deutlicher herausarbeitete. Seine fotografische Sprache verfügt über psychologische Tiefe und eine ausgeprägte erzählerische Dimension. Mit Peters verbindet ihn die Unvoreingenommenheit seines Blicks auf den Menschen.
Thomas Peters (geb. 1964) hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, Menschen von besonderer Integrität und gesellschaftlicher Wirksamkeit zu porträtieren. Dabei geht er seinem drängenden Interesse am Menschen nach und trägt sich mit der fundamentalen Fragestellung nach dem Wesen und den Möglichkeiten des Menschen und des Individuums. Er zeigt die Person in ihrem unanfechtbaren Menschsein, radikal posenlos.
Der Porträtist Hermann Biow (1804-1850), ein Daguerreotypist der allerersten Stunde, ging aus der Porträtmalerei hervor und verkörpert so in ganz besonderer Weise die Kontinuität des neuzeitlichen Porträts. Er plante eine monumentale Sammlung von Aufnahmen der wichtigsten Köpfe des Landes.
Vor diesem Horizont zeigt sich die empathische und sympathetische Darbietung des Menschen als eine ewige Aufgabe der bildenden Kunst.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Mitteldeutschen Verlag, Halle, mit Beiträgen von Claudia Schmölders, Bertram Kaschek und Reimar F. Lacher.

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