BCKategorie 21.09.2015 09:27:53 Uhr

Deutsch-jüdische Geschichte und Kultur

Diese  Menora siebenarmiger Leuchter gehört zu den Ausstellungsstücken im Berend Lehmann Musem. Sie ist eines der wichtigsten religiösen Symbole des Judentums und wurde bei der Staatsgründung Israels in das Staatswappen aufgenommen.

Teil der Geschichte der Stadt ist die Geschichte der jüdischen Gemeinde Halberstadts. Im 18. Jahrhundert war die jüdische Gemeinde Halberstadts eine der bedeutendsten im mitteleuropäischen Raum. Treibende Kraft für die Entwicklung war der bedeutende Hofresident Berend Lehmann (1661-1730).

Um den jüdischen Glauben zu stärken, stiftete er in Halberstadt ein Rabbinerseminar mit Klaussynagoge und einer Gemeindesynagoge, die als eine der prächtigsten Barocksynagogen Deutschlands galt.

Auch die kunstvollen Barockgrabsteine auf dem ältesten der drei jüdischen Friedhöfe Halberstadts zeugen noch heute von der Bedeutung der damaligen Gemeinde und ihrer Mitglieder. Im September des Jahres 2001 wurde in Halberstadt das Berend Lehmann Museum eröffnet - eine Initiative der Moses-Mendelssohn-Akademie. Das Museum beschäftigt sich mit der deutsch-jüdischen Geschichte und Kultur und beleuchtet dabei insbesondere die der Juden Preußens.

Im 19. Jahrhundert erlangt die jüdische Gemeinde Halberstadts Bedeutung als Zentrum der Neo-Orthodoxie, die als Antwort auf die Reformbewegung im Judentum entstand. Nun war die später weltweit operierende Industriellenfamilie Hirsch Förderer und Stifter des jüdischen Gemeindelebens. Aus der Gemeinde kamen bedeutende Rabbiner wie Benjamin Hirsch Auerbach oder Israel Jacobson. Von der ehemals imposanten Barocksynagoge ist nur noch ein Mauerrest erhalten, Die Halberstädter Synagoge soll in ihren Grundrissen bis zum 70. Jahrestag der Pogromnacht im November 2008 wieder erlebbar sein. Der Künstler Olaf Wegewitz (Huy-Neinstedt) gestaltet das Gelände um. Die Raumskulptur trägt die Bezeichnung "Denk-Ort".

Dem aufmerksamen Beobachter offenbaren sich noch heute Spuren jüdischen Lebens in unserer Stadt. Sie erschließen sich nicht auf den ersten Blick; es braucht Sach- und Ortskenntnis. Erhalten geblieben sind unter anderem das ehemalige Kantorhaus in der Bakenstraße, dessen Tordurchfahrt den Hauptzugang zur Synagoge bildete, und die ehemalige Gemeindemikwe (Ritualbad) in der Judenstraße 26.

Die Zeit unbeschadet überstanden hat das ehemalige Rabbinerseminar mit der dazugehörigen Klaussynagoge. Seiner traditionellen Bedeutung folgend wurde es mittels der Nutzung durch die Moses-Mendelssohn-Akademie wieder ein Ort des Lernens, der Begegnung und des Austausches.

Weitere Informationen zur Wahrung und Pflege des jüdischen Erbes in Halberstadt erhalten Sie im Berend Lehmann Museum, Judenstraße 25/26, Tel: 03941/567050

Öffnungszeiten:
Di-Fr 9-17 Uhr
und
Sa-So 10-17 Uhr

sowie in der Klaussynagoge, Rosenwinkel 18-der Internationalen Begegnungsstätte Moses Melndelssohn Akademie:
http://www.moses-mendelssohn-akademie.de/

 

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